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Wintersportanlagen und Bahninfrastruktur in einer Schweizer Alpenlandschaft.
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SportRecherche19:45 UhrJournalPlus RedaktionLesezeit: 2 Min.0 Kommentare

Winterspiele 2038: Der Nationalrat ebnet den Weg – aber nicht den Zuschlag

Das klare Ja im Nationalrat ist ein Signal für die Winterspiele 2038. Über die Vergabe, die Detailfinanzierung und einzelne Standorte ist damit noch nicht entschieden.

Der Nationalrat hat sich am 1. Oktober grundsätzlich hinter die Olympischen und Paralympischen Winterspiele 2038 in der Schweiz gestellt. Mit 137 zu 40 Stimmen bei 14 Enthaltungen unterstützte er den vom Bundesrat beantragten Rahmen von maximal 200 Millionen Franken. Der Entscheid ist ein politisches Signal – aber weder der definitive Bundesbeitrag noch die Vergabe der Spiele.

Die Vorlage geht nun an den Ständerat. Erst wenn beide Räte zustimmen, ist die Bundesposition parlamentarisch gefestigt. Parallel dazu entscheidet das Internationale Olympische Komitee (IOC) über das weitere Verfahren. Die Schweiz befindet sich mit dem IOC in einem «privilegierten Dialog», der bis 2027 läuft. Eine formelle Zuteilung für 2038 liegt damit noch in weiter Ferne.

Ein dezentraler Entwurf

Anders als frühere Schweizer Projekte setzt das Konzept auf mehrere Austragungsorte. Zehn Kantone und 14 Gemeinden sind eingebunden. Bestehende Anlagen sollen im Vordergrund stehen; die Spiele wären damit kein klassisches Grossbauprojekt an einem einzigen Ort. Das senkt jedoch nicht automatisch die Komplexität. Verkehr, Sicherheit, Unterbringung, temporäre Infrastruktur und die Koordination zwischen Kantonen bleiben zentrale Aufgaben.

Der Bund begründet sein Engagement mit internationaler Sichtbarkeit, Sportförderung und dem Ziel, bestehende Infrastruktur langfristig zu nutzen. Die geplanten 200 Millionen Franken verstehen sich als Obergrenze für Bundesleistungen. Eine Defizitgarantie des Bundes ist nicht vorgesehen. Das ist ein wichtiger Unterschied zu früheren Debatten: Der Bund will sich beteiligen, aber nicht jede spätere Finanzierungslücke übernehmen.

Zustimmung ist kein Freipass

Im Nationalrat war nicht unbestritten, ob ein Projekt dieser Grössenordnung mit dem föderalen Modell, der Nachhaltigkeitslogik und der Finanzdisziplin vereinbar ist. Die deutliche Mehrheit zeigt, dass die Befürworter das Risiko für beherrschbar halten. Sie ersetzt aber nicht die weitere Prüfung konkreter Budgets, Zuständigkeiten und Verträge.

Auch die Frage demokratischer Mitsprache bleibt relevant. Der Nationalrat lehnte es ab, ein nationales Referendum zur Bedingung zu machen. Je nach Ausgestaltung können dennoch kantonale oder kommunale Entscheidungen nötig werden, etwa wenn einzelne Trägerschaften oder Investitionen finanzielle Verpflichtungen eingehen. Die politische Zustimmung in Bern nimmt lokalen Entscheidungen nichts vorweg.

Was jetzt folgen muss

Die stärkste Aussage des Nationalrats ist deshalb nicht «Die Spiele kommen», sondern: Der Bund ist bereit, eine mögliche Bewerbung unter klar begrenzten finanziellen Bedingungen weiterzuverfolgen. Jetzt müssen die Initianten zeigen, wie der dezentrale Ansatz im Alltag funktioniert – und welche Kosten bei den einzelnen Ebenen tatsächlich anfallen.

Für den Schweizer Sport kann das Projekt Chancen eröffnen, etwa für Nachwuchs, Infrastruktur und internationale Sichtbarkeit. Für die Steuerzahlenden zählt hingegen, ob die versprochene Zurückhaltung bei Neubauten und Risiken in überprüfbare Verträge übersetzt wird. Erst daran wird sich entscheiden, ob aus einem politischen Ja ein tragfähiges nationales Projekt wird.

Planungsunterlagen und Taschenrechner vor einer alpinen Wintersportanlage.
Bundesbeiträge und Kostenrisiken bleiben ein zentraler Teil der politischen Debatte. · JournalPlus / KI-generiertes Symbolbild

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