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China setzt auf Eigenproduktion – Folgen für Schweizer Agrarexporte

Peking will die Abhängigkeit von Agrarimporten reduzieren. Die Schweiz spürt den Wandel.

Ein Weizenfeld bei der Ernte, im Hintergrund ist ein Traktor sichtbar.
Bild: ybernardi / Pixabay

Peking verfolgt eine Strategie, um die Versorgung mit Nahrungsmitteln unabhängiger zu machen. Die Volksrepublik China hat in den vergangenen Jahren ihre Getreideproduktion deutlich ausgebaut. Gleichzeitig sank die Abhängigkeit von Importen. Das bleibt nicht ohne Folgen für den Weltmarkt. Auch Schweizer Exporteure spüren die Veränderungen, insbesondere bei Exporten von Käse, Schokolade und Milchprodukten. Der strukturelle Wandel in der chinesischen Agrarpolitik ist ein langfristiger Prozess, der den globalen Handel prägen wird.

Ein Grund für die Kehrtwende sind die Handelskonflikte mit den USA. Peking geriet in den vergangenen Jahren immer wieder unter Druck, Zölle auf US-Soja und Mais musste es umgehen. Die Regierung zog Konsequenzen: Sie erhöhte die Subventionen für die Landwirtschaft massiv. Investitionen flossen in Bewässerungssysteme, in die Züchtung neuer Sorten und in die Mechanisierung. In ihrem neuen Fünfjahresplan betont die chinesische Führung die Ernährungssouveränität als zentrales Ziel.

Warum China auf Eigenproduktion setzt

Die Ergebnisse lassen sich sehen. Bei Weizen und Reis deckt China den eigenen Bedarf fast vollständig. Deutlich grösser ist die Lücke bei Soja: Ein Grossteil des in China verarbeiteten Sojas stammt weiterhin aus dem Ausland. Der Import ist in den letzten Jahren aber leicht zurückgegangen. Grund dafür sind eine veränderte Nachfrage nach Fleisch und der zunehmende Einsatz von Alternativen wie Raps oder Erbsen. In den östlichen Provinzen wird der Anbau von Ölfrüchten intensiviert. Die Sicherung der Nahrungsmittelversorgung hat für China oberste Priorität, wie auch Agrarexperten der Chinesischen Akademie für Agrarwissenschaften hervorheben.

Die Entwicklung bleibt nicht ohne Auswirkungen auf den Weltmarkt. Länder, die bisher grosse Mengen an China lieferten, suchen neue Abnehmer. Brasilien und Argentinien drängen auf andere Märkte. Das erhöht den Konkurrenzdruck und kann die Preise für Grundnahrungsmittel global verändern. Für Europa ergeben sich Chancen, aber auch Risiken: Einheimische Bauern stehen vor zusätzlicher Konkurrenz. Hinzu kommt, dass auch die Europäische Union ihre Subventions- und Handelspolitik überdenkt. Die neuen Rahmenbedingungen zwingen alle Marktteilnehmer zu Anpassungen.

Der globale Agrarhandel gerät in Bewegung

Die Schweiz ist ein vergleichsweise kleiner Akteur im Agrarhandel. Ihre Exporte nach China konzentrieren sich auf Premiumprodukte. Käse, Schokolade und Milchpulver sind begehrt; Babynahrung aus Schweizer Herstellung geniesst einen guten Ruf. Diese Produkte sind weniger preissensibel als Massenware. Ein Rückgang der chinesischen Importe bei Grundnahrungsmitteln trifft die Schweiz daher kaum direkt. Wichtiger ist, dass die Nachfrage nach hochwertigen Lebensmitteln in China steigt. Switzerland Global Enterprise schätzt China weiterhin als attraktiven Markt ein, ungeachtet der sich wandelnden Nachfragestruktur.

Das Freihandelsabkommen mit China, das 2014 in Kraft trat, erleichtert den Marktzugang. Dennoch bleibt der Agrarbereich heikel. Technische Handelshemmnisse und Zertifizierungen verlangsamen den Warenfluss. Der Bundesrat beobachtet die chinesische Agrarpolitik genau. In der Landwirtschaftspolitik setzt die Schweiz auf Qualität statt Masse. Die Branche reagiert: Firmen investieren in lokale Produktionsstätten und bauen Partnerschaften mit chinesischen Handelsplattformen auf. Diese Strategie scheint aufzugehen. Die Exportzahlen für Käse und Schokolade sind trotz der unsicheren Weltlage stabil.

Schweizer Spezialitäten bleiben gefragt

Ein Rückzug Chinas aus dem globalen Agrarhandel würde vor allem Entwicklungsländer treffen, die auf Exporte angewiesen sind. Die Schweiz setzt sich im Rahmen der Welthandelsorganisation für offene Märkte ein. Sie unterstützt Projekte zur Ernährungssicherheit in Afrika und Asien. Für die Schweizer Exportwirtschaft bleibt China ein wichtiger, aber nicht der einzige Markt. Entscheidend wird sein, wie flexibel die Unternehmen ihre Strategien anpassen. Der Wandel in der chinesischen Agrarproduktion ist keine kurzfristige Erscheinung, sondern ein struktureller Prozess. Die Schweiz sollte ihre Handelsbeziehungen diversifizieren und gleichzeitig die Chancen im chinesischen Markt nutzen.

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