Hitzesommer: Bauern droht Winterkrise
Trockenheit gefährdet Futtervorräte und Tierbestände

Der Hitzesommer 2026 hat der Schweizer Landwirtschaft schwer zugesetzt. Die Böden sind ausgetrocknet, die Ernte fällt regional schlecht aus. Viele Betriebe funktionieren noch. Doch die eigentliche Krise könnte erst im Winter eintreten, wenn die Futtervorräte nicht reichen. Bauern fordern Unterstützung.
Futterknappheit zeichnet sich ab
Auf vielen Wiesen ist das Gras verkümmert. Der zweite und dritte Schnitt fiel fast aus. Auch der Mais leidet unter der Trockenheit. Die Folge: Es gibt weniger Heu, weniger Silage und weniger Körnermais. Die Futtervorräte für den Winter sind knapp. Tierhalter müssen jetzt überlegen, wie sie ihre Tiere durch die kalte Jahreszeit bringen. Betriebe mit eigenem Futterbau sind stärker betroffen als solche, die zukaufen können. Doch auch die Preise für Futter steigen.
Die Situation wird von vielen Landwirten als prekär beschrieben, da die Reserven infolge der schlechten Ernten schwinden.
Was Bauern jetzt tun
Viele Landwirte bewässern ihre Felder, wo es möglich ist. Aber das Wasser wird knapp. Manche setzen auf neue Kulturen oder reduzieren den Viehbestand. Andere kaufen bereits jetzt Futter zu, um für den Winter gerüstet zu sein. Der Schweizer Bauernverband empfiehlt, die Futterrationen genau zu berechnen. Auch die Nutzung von Ökoflächen als Notweide wird diskutiert. Der Bundesrat hat die Lage in der Landwirtschaft als besondere Situation eingestuft – noch sind die Massnahmen begrenzt.
Zudem prüfen viele Betriebe, ob sie ihre Tiere früher verkaufen oder schlachten. Das würde das Angebot in den nächsten Monaten erhöhen, aber auch die Einnahmen der Bauern sichern. Die Mehrkosten für Zufutter sind erheblich. Der Bund hat bereits angekündigt, die Hilfe für betroffene Betriebe zu prüfen. Konkrete Zahlen liegen noch nicht vor.
Winter wird zur Bewährungsprobe
Im Winter zeigen sich die Folgen der Trockenheit. Wenn die Vorräte nur für wenige Monate reichen, müssen Tiere früher geschlachtet werden. Das würde das Angebot erhöhen und die Preise drücken. Gleichzeitig steigen die Kosten für Zufutter. Viele Betriebe stehen finanziell unter Druck. Sie fordern vom Bund Ausgleichszahlungen. Auch die Milchproduktion ist gefährdet. Ohne genügend Futter sinkt die Milchleistung. Die Versorgungssicherheit der Schweiz könnte beeinträchtigt sein.
Die Lage wird als ernst, aber nicht hoffnungslos eingeschätzt; es wird betont, dass schnelle Hilfe nötig ist.
Die Bauern hoffen auf Regen in den kommenden Wochen. Doch die Prognosen sind ungewiss. Eine genaue Bilanz der Schäden wird erst im Herbst möglich sein. Offen ist auch, ob der Bund zusätzliche Mittel bereitstellt. Die Landwirtschaft steht vor einem harten Winter – und die Politik muss reagieren.



