Schüsse am Aarauer Rave: Grossaufgebot der Einsatzkräfte
Mehrere Menschen verletzt – Hintergründe und Täterschaft noch unklar

In der Nacht auf Sonntag sind auf der Pferderennbahn im Schachen in Aarau mehrere Schüsse gefallen. Die Kantonspolizei spricht von mehreren Verletzten und einem Grossaufgebot. Das Gelände wurde weiträumig abgesperrt. Noch ist unklar, wer geschossen hat und was hinter dem Vorfall steckt.
In Aarau ist in der Nacht auf Sonntag ein Grosseinsatz der Sicherheitskräfte ausgelöst worden. Auf der Pferderennbahn im Schachen fielen gegen 3 Uhr mehrere Schüsse. Dort fand zu diesem Zeitpunkt der «Aarau Rave VOL. 7» statt. Die Kantonspolizei Aargau bestätigte mehrere Schussabgaben und mehrere Verletzte.
Das Gebiet wurde grossräumig abgesperrt. Die Polizei forderte die Bevölkerung auf, den Bereich zu meiden. Auch am frühen Sonntagmorgen war der Einsatz noch nicht abgeschlossen.
Mehrere Verletzte – Zahl der Opfer noch offen
Die Polizei machte zunächst keine Angaben zur genauen Zahl der Verletzten oder zur Schwere ihrer Verletzungen. Auch ob es Todesopfer gibt, war am frühen Morgen nicht bekannt.
Ebenso offen ist, wie viele Personen an den Schussabgaben beteiligt waren. Die Kantonspolizei konnte zunächst weder eine Täterschaft benennen noch Angaben zu einem möglichen Motiv machen. Auch über Festnahmen lagen zunächst keine bestätigten Informationen vor.
Grosseinsatz rund um die Pferderennbahn
Die Reaktion der Einsatzkräfte war umfangreich. Neben der Kantonspolizei Aargau standen mehrere Rettungsdienste und die Feuerwehr im Einsatz. Auch das Kantonale Katastrophen-Einsatzelement wurde aufgeboten.
Ein Super-Puma-Helikopter der Schweizer Armee unterstützte den Einsatz aus der Luft. Die Polizei richtete zudem Kontrollstellen rund um das abgesperrte Gebiet ein.
Das nahe gelegene Schwimmbad im Schachen blieb am Sonntag zunächst geschlossen. Die Behörden baten Personen, die Fotos oder Videos des Ereignisses besitzen, diese den Ermittlern zur Verfügung zu stellen.
Was geschah am Rave?
Der Vorfall ereignete sich während des «Aarau Rave VOL. 7» auf der Pferderennbahn. Die Veranstaltung war für das Wochenende vom 29. bis 30. August angesetzt.
Nach Angaben von Augenzeugen sollen Besucher die Schüsse zunächst teilweise für Feuerwerk gehalten haben. Erst als klar wurde, dass tatsächlich geschossen wurde, suchten einige Menschen Schutz.
Was unmittelbar vor den Schüssen geschah, ist bislang nicht geklärt.
Warum die Ermittlungen Zeit brauchen
Bei einem Vorfall mit Schüssen auf einem stark besuchten Veranstaltungsgelände müssen die Ermittler mehrere Fragen gleichzeitig klären: Wo genau wurde geschossen? Wie viele Schüsse fielen? Welche Waffen wurden verwendet? Wer befand sich zum Zeitpunkt des Vorfalls in der Nähe? Und wie viele Personen wurden verletzt?
Hinzu kommt die Auswertung von Bild- und Videomaterial. Bei einem Rave mit vielen Besucherinnen und Besuchern können private Aufnahmen wichtige Hinweise liefern. Gleichzeitig müssen solche Aufnahmen sorgfältig geprüft werden, bevor daraus Rückschlüsse auf den Tathergang gezogen werden.
Die Kantonspolizei bittet deshalb Personen mit entsprechenden Aufnahmen, diese den Behörden zur Verfügung zu stellen.
Was bedeutet der Vorfall für die Schweiz?
Der Schusswaffenvorfall von Aarau ist zunächst ein lokales Ereignis. Es gibt derzeit keinen Hinweis auf eine überregionale oder terroristische Bedrohung. Auch ein Zusammenhang mit anderen Ereignissen in der Schweiz ist nicht bekannt.
Für die Sicherheitsbehörden ist der Fall dennoch relevant. Grosse Veranstaltungen stellen besondere Anforderungen an Polizei, Rettungsdienste und Veranstalter. Wenn auf einem dicht besuchten Gelände Schüsse fallen, müssen Einsatzkräfte gleichzeitig die Bevölkerung schützen, Verletzte versorgen und mögliche weitere Gefahren ausschliessen.
Der Einsatz zeigt zudem, wie verschiedene Organisationen in einer aussergewöhnlichen Lage zusammenarbeiten: Kantonspolizei, Rettungsdienste, Feuerwehr, Katastrophenelement und – mit dem Super Puma – auch die Armee können je nach Situation zusammenwirken.
Das bedeutet allerdings nicht, dass Grossveranstaltungen in der Schweiz grundsätzlich unsicher sind. Derartige Ereignisse bleiben selten. Eine einzelne Tat lässt deshalb auch keine Aussage über eine allgemeine Verschlechterung der Sicherheitslage zu.
Noch viele Fragen offen
Am Sonntagmorgen sind die wichtigsten Fragen noch unbeantwortet:
- Wie viele Menschen wurden verletzt?
- Gibt es Todesopfer?
- Wer hat geschossen?
- Wie viele Schützen waren beteiligt?
- Wurde bereits jemand festgenommen?
- Was war das Motiv?
- Gab es einen Streit oder eine gezielte Auseinandersetzung?
- Warum kam es zu den Schussabgaben?
Solange die Ermittler diese Fragen nicht beantworten können, ist Zurückhaltung entscheidend.
Fest steht derzeit: Auf der Pferderennbahn im Schachen in Aarau fielen mehrere Schüsse, mehrere Menschen wurden verletzt und die Polizei löste einen grossen Einsatz aus. Alles Weitere muss die Untersuchung klären.
Die Kantonspolizei Aargau hat weitere Informationen für den Verlauf des Sonntags angekündigt. JournalPlus wird die Entwicklung aktualisieren, sobald belastbare Angaben zu den Verletzten, zur Täterschaft und zum Motiv vorliegen.



