Messi sagt Argentinien Adieu: Das Ende einer Ära
Nach 207 Länderspielen zieht der Weltmeister einen emotionalen Schlussstrich.

Lionel Messi beendet seine Karriere in der argentinischen Nationalmannschaft. Der 39-Jährige gab seinen Rücktritt am Montag bekannt – Wochen nach dem verlorenen WM-Final gegen Spanien. Besonders berührend: Messi hatte seine Abschiedsworte bereits zwei Tage nach dem Endspiel geschrieben. Nach dem Tod seines Vaters Jorge sei er in seinem Entscheid noch bestärkter gewesen.
Es ist das Ende einer Ära. Lionel Messi wird nicht mehr für Argentinien spielen. Der 39-jährige Kapitän der «Albiceleste» hat am Montag seinen Rücktritt aus der Nationalmannschaft bekannt gegeben. Sein letzter Auftritt war damit der WM-Final vom 19. Juli in New York, den Argentinien gegen Spanien mit 0:1 verlor.
Messi wählte für seinen Abschied keinen grossen Auftritt und keine Pressekonferenz. Stattdessen veröffentlichte er auf Instagram einen persönlichen Text. Darin schreibt er, die Entscheidung habe «wehgetan und tue es noch immer», er habe aber verstanden, dass der richtige Zeitpunkt gekommen sei.
Es ist ein bemerkenswert nüchterner Abschied für einen Spieler, dessen Karriere im Nationalteam über zwei Jahrzehnte hinweg von aussergewöhnlichen Höhen und schmerzhaften Niederlagen geprägt war.
Der Abschied war längst beschlossen
Besonders viel sagt über Messis aktuellen Lebensabschnitt eine Notiz am Ende seines Instagram-Beitrags aus. Er habe die Worte bereits am 21. Juli geschrieben – zwei Tage nach dem WM-Final. Die öffentliche Bekanntgabe liess jedoch mehr als einen Monat auf sich warten.
In dieser Zeit starb sein Vater Jorge Messi. Er erlag am 8. August im Alter von 68 Jahren in Rosario einer längeren Krankheit. Jorge war nicht nur Messis Vater, sondern über Jahre auch eine wichtige Figur in dessen Karriere und sein Berater. Messi hatte nach dem Tod öffentlich über Zweifel an seiner weiteren Fussballkarriere gesprochen.
Nun schreibt Messi, dass ihn der Tod seines Vaters in seiner Entscheidung sogar noch bestärkt habe. Der Rücktritt ist damit nicht nur eine sportliche Zäsur. Er fällt in eine Zeit, in der sich für den Argentinier auch persönlich vieles verändert.
207 Spiele, 125 Tore und der eine grosse Traum
Messis Zahlen für Argentinien sind historisch. In 207 Länderspielen erzielte er 125 Tore – beides sind nationale Rekorde. Seit seinem Debüt 2005 entwickelte er sich vom hochbegabten Nachwuchsspieler zur zentralen Figur einer ganzen Fussballgeneration.
Lange Zeit schien ausgerechnet die Nationalmannschaft sein schwieriges Kapitel zu bleiben. Messi verlor mit Argentinien das WM-Final 2014 gegen Deutschland und scheiterte 2015 und 2016 zweimal im Endspiel der Copa América.
2016 erklärte er nach der nächsten Finalniederlage bereits einmal seinen Rücktritt. Er kehrte jedoch zurück. Was danach folgte, veränderte seine Geschichte mit Argentinien endgültig.
Vom ewigen Verlierer zum Weltmeister
2021 gewann Argentinien die Copa América. Ein Jahr später folgte in Katar der Höhepunkt: Messi führte die «Albiceleste» zum WM-Titel und wurde damit nach Diego Maradona zum nächsten argentinischen Weltmeister mit einer ganz eigenen historischen Bedeutung.
2024 gewann Argentinien erneut die Copa América. Messi hatte damit jene grossen internationalen Titel gewonnen, die ihm lange gefehlt hatten.
Auch die Weltmeisterschaft 2026 hätte ein perfektes letztes Kapitel werden können. Argentinien erreichte erneut das Final – doch Spanien setzte sich mit 1:0 durch. Messi blieb damit der zweite WM-Titel verwehrt. Gleichzeitig stand nach dem Spiel bereits fest: Dies war sein letztes Turnier mit Argentinien.
Jetzt beginnt die Zeit nach Messi
Argentinien muss sich damit auf eine Nationalmannschaft ohne seine prägendste Figur seit Jahren einstellen. Messi selbst verweist in seinem Abschied auf die jüngere Generation. Es gebe hervorragende junge Spieler, die ihren Platz verdient hätten.
Das ist mehr als eine freundliche Geste. Es beschreibt die nächste Herausforderung für Nationaltrainer und Verband: Argentinien muss lernen, ohne den Spieler zu funktionieren, auf den sich das Team über Jahre in entscheidenden Momenten verlassen konnte.
Die neue Generation steht bereits bereit. Spieler wie Julián Álvarez, Lautaro Martínez und Enzo Fernández haben internationale Erfahrung gesammelt. Doch keiner von ihnen kann Messi einfach ersetzen. Seine Rolle war nicht nur sportlicher Natur. Er war Kapitän, Spielmacher, Torschütze und Identifikationsfigur zugleich.
Messi hört nicht mit dem Fussball auf
Sein Rücktritt aus der Nationalmannschaft bedeutet allerdings nicht automatisch das Ende seiner Karriere als Profifussballer. Messi steht weiterhin bei Inter Miami unter Vertrag. Wie lange er auf Klubebene weiterspielen will, liess er in seiner Abschiedsbotschaft offen.
Das unterscheidet diesen Abschied von einem vollständigen Rücktritt. Messi verabschiedet sich von Argentinien – nicht vom Fussball.
Vielleicht ist genau das der passendste Schluss für seine internationale Karriere. Messi geht nicht, weil ihm der Fussball nichts mehr bedeutet. Im Gegenteil: In seinem Abschiedstext schreibt er, dass er das Nationalteam immer geliebt habe. Er habe aber alles gegeben und habe nun nichts mehr zu geben.
Sein letzter Auftritt im argentinischen Trikot war damit eine Niederlage. Doch seine Geschichte mit der «Albiceleste» wird kaum daran gemessen werden.
Gemessen wird sie an Katar, an der Copa América, an 207 Spielen, 125 Toren – und an einer Generation von Argentinierinnen und Argentiniern, die mit einem Traum aufwuchs und ihn mit Messi schliesslich tatsächlich erfüllt sah.
Die Ära Messi ist in der argentinischen Nationalmannschaft vorbei. Was bleibt, ist die schwierigere Aufgabe: herauszufinden, wie Argentinien ohne ihn weitergeht.
Stand: 31. August 2026.



