International09:30 UhrJournalPlus RedaktionLesezeit: 2 Min.0 Kommentare

Handelsstreit USA-Kanada: Weiterhin keine Einigung in Sicht

Neue Verhandlungsrunde bringt keinen Durchbruch

Zahlreiche bunte Frachtcontainer stapeln sich in einem grossen Hafen, Kräne sind im Hintergrund sichtbar.
Bild: denniscastro / Pixabay

Die Handelsgespräche zwischen den USA und Kanada sind gescheitert. Kanadas Premierminister Mark Carney erklärte in der Nacht auf Samstag, die Verhandlungen würden ausgesetzt. Die USA wollen nun einen Zoll von 50 Prozent auf kanadische Waren im Wert von rund 28 Milliarden US-Dollar erheben. Kanada kündigte an, die Massnahmen in gleicher Höhe zu erwidern.

Verhandlungen ohne Einigung beendet

Nach tagelangen Gesprächen konnten Washington und Ottawa keine Einigung erzielen. Der US-Handelsbeauftragte Jamieson Greer bestätigte das Scheitern der Verhandlungen. Nach US-Darstellung lehnte Kanada einen Abschluss zu den zuvor ausgehandelten Bedingungen ab. Neue Forderungen aus Ottawa hätten das in den vergangenen Tagen erzielte Gleichgewicht wieder verändert.

Die geplanten US-Zölle sollen unter anderem Waren wie Wein und Hockeyschläger treffen. Die Massnahmen waren bereits zuvor angekündigt worden, die Frist für eine Einigung ist inzwischen abgelaufen.

Kanada kündigt Gegenmassnahmen an

Kanada will auf die neuen US-Zölle mit eigenen Abgaben reagieren. Premierminister Carney kündigte an, die kanadischen Gegenmassnahmen würden dem Umfang der amerikanischen Zölle entsprechen. Damit droht eine weitere Verschärfung des Handelskonflikts zwischen den beiden eng miteinander verbundenen Volkswirtschaften.

Die USA und Kanada gehören zu den wichtigsten Handelspartnern des jeweils anderen Landes. Zahlreiche Unternehmen sind über grenzüberschreitende Lieferketten miteinander verbunden. Zusätzliche Zölle können deshalb nicht nur Exporteure, sondern auch Produzenten und Konsumenten auf beiden Seiten der Grenze treffen.

Auch Auto-, Stahl- und Aluminiumsektor betroffen

Der aktuelle Streit steht im Zusammenhang mit einem grösseren Handelskonflikt zwischen Washington und Ottawa. Bereits bestehende US-Zölle auf Stahl, Aluminium und Automobile belasten die kanadische Wirtschaft. Die Verhandlungen sollten unter anderem Erleichterungen in wichtigen Branchen ermöglichen.

Für Kanada ist die Situation besonders relevant, weil die USA der mit Abstand wichtigste Handelspartner des Landes sind. Eine länger anhaltende Eskalation könnte Unternehmen vor zusätzliche Kosten stellen und Investitionsentscheidungen erschweren.

Folgen über Nordamerika hinaus

Der Konflikt wird auch international aufmerksam verfolgt. Eine weitere Verschärfung der Handelsbeziehungen zwischen den USA und Kanada könnte die Unsicherheit im globalen Handel erhöhen und Unternehmen mit internationalen Lieferketten zusätzlich belasten.

Für die Schweiz und Europa steht zunächst weniger die direkte wirtschaftliche Wirkung als die Entwicklung der internationalen Handelspolitik im Vordergrund. Sollten die USA ihre Zollpolitik gegenüber weiteren Handelspartnern ausweiten, könnte dies auch für die Schweizer Exportwirtschaft von Bedeutung werden.

Eine neue Gesprächsrunde ist derzeit nicht angesetzt. Damit bleibt offen, wann die USA und Kanada ihre Verhandlungen wieder aufnehmen und ob es zu einer weiteren Annäherung kommen kann.

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