Swiss-Flug LX14 muss nach medizinischem Notfall in St. John’s landen
Medizinischer Notfall an Bord: Swiss-Flug LX14 muss in St. John’s ausserplanmässig landen.

Zürich – Ein medizinischer Notfall hat am Donnerstagabend den Swiss-Flug LX14 von Zürich nach New York zu einer ausserplanmässigen Landung in Kanada gezwungen. Die Maschine wurde nach St. John’s auf Neufundland umgeleitet.
Swiss bestätigte den Vorfall gegenüber der Nachrichtenagentur Keystone-ATS. Bei einem Passagier sei es zu einem medizinischen Notfall gekommen. Die Cockpit-Crew habe sich deshalb für eine ausserplanmässige Landung in St. John’s entschieden.
An Bord des Airbus befanden sich 234 Passagiere. Der betroffene Passagier sollte in St. John’s medizinisch versorgt werden. Anschliessend sollte das Flugzeug aufgetankt werden und seine Reise nach New York möglichst schnell fortsetzen.
Warum die Crew den Code 7700 absetzte
Während des Fluges über dem Atlantik setzte die Crew den Transpondercode 7700 ab. Dabei handelt es sich um das international verwendete Signal für eine allgemeine Luftnotlage.
Der Code bedeutet allerdings nicht automatisch, dass sich das Flugzeug in einer unmittelbar gefährlichen Situation befindet. Er kann bei sehr unterschiedlichen Ereignissen verwendet werden – unter anderem auch bei medizinischen Notfällen.
Im Fall von LX14 erfolgte die Aktivierung des Signals laut Swiss in Absprache mit der örtlichen Flugsicherung. Dadurch kann der Flugverkehr prioritär behandelt und eine möglichst schnelle Landung ermöglicht werden.
«Ein Notsignal bedeutet nicht automatisch, dass für die Passagiere oder das Flugzeug eine Gefahr besteht.» Swiss-Sprecher Michael Pelzer
Damit unterscheidet sich die aktuelle Situation auch sprachlich von einer klassischen Notlandung. Swiss spricht ausdrücklich von einer ausserplanmässigen Landung.
Mehrere Zwischenfälle bei Swiss in diesem Sommer
Der Vorfall von LX14 kommt zu einer Reihe weiterer ausserplanmässiger Landungen und Umleitungen von Swiss-Langstreckenflügen in diesem Sommer. Die Ursachen waren dabei unterschiedlich und lassen keinen unmittelbaren Rückschluss auf ein gemeinsames technisches Problem zu.
Am 27. Juli musste der Flug LX16 von Zürich nach New York nach Bangor im US-Bundesstaat Maine ausweichen. Swiss identifizierte später eine Ladebox für Kopfhörer als Ursache für die Rauchentwicklung. Das Gerät war in einen Sitz gerutscht und dort eingeklemmt worden.
Am 10. August wurde der Flug LX52 von Zürich nach Boston nach Dublin umgeleitet. Auslöser war Rauch an Bord, der von einer überhitzten Powerbank eines Passagiers verursacht wurde.
Am 25. August wich zudem LX9 auf dem Weg von Chicago nach Zürich auf die Azoreninsel Terceira aus. Grund war ein stechender Geruch in der Economy Class, dessen Ursache zunächst nicht festgestellt werden konnte. Rund fünf Passagiere und ein Crewmitglied liessen sich vorsorglich medizinisch untersuchen.
Die drei Ereignisse hatten somit unterschiedliche Auslöser: ein beschädigtes Ladegerät, eine überhitzte Powerbank und einen bislang nicht eindeutig geklärten Geruch. Bei LX14 geht es wiederum um einen medizinischen Notfall.

Kein automatischer Hinweis auf ein Sicherheitsproblem
Ausweichlandungen gehören grundsätzlich zum normalen Sicherheitsmanagement im Luftverkehr. Piloten entscheiden sich dafür, wenn die Umstände eine Landung an einem anderen Flughafen sinnvoll oder notwendig machen.
Dass ein Flug den Notfallcode 7700 verwendet, ist deshalb für sich genommen kein Beleg für eine gefährliche Situation oder einen technischen Defekt. Gerade bei medizinischen Notfällen kann eine ausserplanmässige Landung die sicherste und schnellste Lösung sein.
Bei LX14 lag der Auslöser nach Angaben von Swiss eindeutig im medizinischen Bereich. Über den konkreten Gesundheitszustand des betroffenen Passagiers machte die Airline keine Angaben.
Wie schnell informiert Swiss?
Der aktuelle Fall wirft daneben eine zweite Frage auf: Wie informiert eine Airline bei solchen Ereignissen?
Die ersten Informationen zum Flug LX14 verbreiteten sich über Flugtracking-Dienste und Medien. Swiss bestätigte den medizinischen Notfall anschliessend auf Anfrage. Eine separate Mitteilung zum Vorfall war auf den öffentlich zugänglichen offiziellen Kanälen der Airline zum Zeitpunkt der Recherche nicht abrufbar.
Das bedeutet allerdings nicht, dass Swiss keine Auskunft erteilte. Die Airline bestätigte die wesentlichen Angaben und erklärte auch den Hintergrund des Notfallcodes. Für Passagiere und Angehörige ist bei einem Zwischenfall dennoch entscheidend, dass Informationen möglichst rasch, verständlich und verlässlich verfügbar sind.
Was bei LX14 noch offen ist
Der Gesundheitszustand des betroffenen Passagiers ist nicht bekannt. Swiss teilte lediglich mit, dass die Person in St. John’s medizinisch versorgt werden soll.
Auch der genaue Zeitpunkt der Weiterreise nach New York stand bei Redaktionsschluss noch nicht fest. Swiss kündigte an, das Flugzeug nach der Versorgung des Passagiers aufzutanken und den Flug mit den 234 Passagieren möglichst schnell fortzusetzen.
Damit bleibt der Fall LX14 vor allem ein medizinisch bedingter Ausweichflug – und kein bestätigter technischer Sicherheitsvorfall. Die Häufung unterschiedlicher Zwischenfälle bei Swiss in den vergangenen Wochen macht das Thema dennoch aufmerksamkeitsstark. Entscheidend ist dabei, die einzelnen Ereignisse nicht miteinander zu vermischen.
Fazit
Der Swiss-Flug LX14 musste wegen eines medizinischen Notfalls ausserplanmässig in St. John’s landen. Der Notfallcode 7700 diente dabei dazu, der Maschine bei der Landung die notwendige Priorität zu verschaffen. Ein solcher Code bedeutet nicht automatisch eine akute Gefahr für Flugzeug oder Passagiere.
Die bisherigen Zwischenfälle bei anderen Swiss-Flügen hatten wiederum andere Ursachen. Ein gemeinsames technisches Problem lässt sich daraus nicht ableiten. Für die Passagiere von LX14 geht es nun vor allem darum, dass die Reise nach New York nach der medizinischen Versorgung möglichst rasch fortgesetzt werden kann.
Quellen
- Swiss / SWISS Newsroom – Angaben zu Flugoperationen und früheren Zwischenfällen
- Keystone-ATS – Bericht zum medizinischen Notfall auf LX14
- Blick – Bericht zur ausserplanmässigen Landung von LX14
- SRF – Bericht zur Umleitung von LX52 nach Dublin



