Schweizer Radios erhalten Frequenzen im Herbst 2026
Bundesamt plant Vergabe von UKW-Konzessionen

Die Schweizer Radiolandschaft ordnet ihre UKW-Verbreitung neu: Das Bundesamt für Kommunikation (BAKOM) erteilt im Herbst 2026 die UKW-Funkkonzessionen für die Zeit ab 2027. Die neuen Konzessionen treten im Januar 2027 in Kraft und gelten bis 2034 – parallel zu den bestehenden Veranstalterkonzessionen.
So läuft die Vergabe
Das Verfahren unterscheidet zwei Gruppen. Die SRG und die 25 konzessionierten Radios mit Leistungsauftrag dürfen ihre bisherigen Frequenzen im eigenen Versorgungsgebiet weiter nutzen; sie stellen dazu ein separates Gesuch beim BAKOM. Alle übrigen UKW-Frequenzen, die bislang Radios ohne Leistungsauftrag zugeteilt waren, wurden zu Frequenzpaketen («Cluster») zusammengefasst und neu ausgeschrieben.
Am 28. Mai 2026 gab das BAKOM 20 solcher Frequenzpakete in 13 Regionen frei. Ihr Zuschnitt orientiert sich weitgehend an den Versorgungsgebieten vor 2020. Bewerben konnten sich Veranstalter, die in der gewünschten Region bereits über DAB+ empfangbar sind; die Gesuchsfrist lief bis Ende Juli 2026.
Keine Auktion nötig
Ursprünglich war vorgesehen, konkurrierende Gesuche für dasselbe Frequenzpaket über eine Auktion zu entscheiden. Das ist nun nicht erforderlich: Bis zum Fristende gingen 19 gültige Gesuche von Radios ohne Leistungsauftrag ein, und für kein Paket lag mehr als eine Bewerbung vor. Das BAKOM erteilt die beantragten Funkkonzessionen deshalb direkt, ohne Auktion. Die Gesuche der SRG und der Radios mit Leistungsauftrag werden laufend bearbeitet.
Bedeutung für die Radiolandschaft
Die UKW-Verbreitung bleibt freiwillig. Für kleinere Regionalradios kann der Zugang zu einer Frequenz dennoch wirtschaftlich wichtig sein, während grössere Sender meist über mehrere Verbreitungswege verfügen und weniger von einer einzelnen Technologie abhängen. Radios mit Leistungsauftrag erhalten zudem einen Anteil aus der Radio- und Fernsehabgabe und erfüllen im Gegenzug programmliche Vorgaben – ein Instrument zur Förderung der Medienvielfalt.
Digitale Verbreitung gewinnt an Bedeutung
Parallel zu UKW setzt die Schweiz verstärkt auf DAB+. Das digitale Verfahren bietet eine bessere Klangqualität und bringt mehr Programme auf weniger Frequenzen unter. Einige Nachbarländer haben den UKW-Ausstieg bereits beschlossen oder eingeleitet; in der Schweiz gibt es bisher keinen festen Abschalttermin.
Auch Online-Streaming legt zu: Viele jüngere Hörerinnen und Hörer nutzen Radioprogramme über Apps und Webseiten. Die klassische UKW-Verbreitung verliert dadurch langfristig an Reichweite, bleibt aber vorerst ein wichtiger Kanal – besonders für ältere Hörerinnen und Hörer und im Auto.



