Mittelland19:10 UhrJournalPlus RedaktionLesezeit: 2 Min.0 Kommentare

Zuchwil: 250'000 Tonnen Abfall werden zu Strom und Wärme

600-Millionen-Projekt verändert Energieversorgung der Region

Solothurn
Bild: Nemanja Peric / Unsplash

Im solothurnischen Zuchwil entsteht derzeit eine moderne Kehrichtverbrennungsanlage. Das Projekt mit geplanten Investitionskosten von rund 600 Millionen Franken soll ab der Inbetriebnahme im Jahr 2028 jährlich 250'000 Tonnen Abfall verarbeiten und dabei sowohl elektrische Energie als auch Fernwärme für die Region produzieren. Die Anlage ersetzt bestehende, teilweise veraltete Verbrennungskapazitäten in der Region.

Moderne Technologie für maximale Energieausbeute

Die neue Anlage nutzt modernste Verbrennungstechnologie, um aus dem angelieferten Abfall möglichst viel Energie zu gewinnen. Dabei wird die bei der Verbrennung entstehende Hitze in elektrischen Strom und Fernwärme umgewandelt. Die Kehrichtverwertung Region Solothurn AG (KVASO) gibt an, dass die Anlage künftig rund 35 Prozent des Strombedarfs des Kantons Solothurn decken und über 15'000 Haushalte mit Fernwärme versorgen wird.

Die Kehrichtverbrennungsanlage erfüllt die neusten Umweltstandards und verfügt über eine hochmoderne Rauchgasreinigung. Schadstoffe werden gefiltert, bevor die Abgase in die Atmosphäre gelangen. Die Anlage soll so zur Verbesserung der regionalen CO2-Bilanz beitragen, da fossile Brennstoffe durch die Energie aus Abfall ersetzt werden.

Bedeutung für die regionale Energieversorgung

Für die Region Solothurn stellt das Projekt einen wichtigen Schritt in Richtung Energieautonomie dar. Die thermische Verwertung von Abfall gilt in der Schweiz als etablierter Bestandteil der Energieversorgung. Während andere erneuerbare Energien wie Solar- und Windkraft wetterabhängig sind, liefern Kehrichtverbrennungsanlagen kontinuierlich Grundlast.

Die neue Anlage in Zuchwil wird Abfall aus mehreren Kantonen verarbeiten. Damit nimmt sie eine zentrale Rolle in der regionalen Entsorgungsinfrastruktur ein. Experten betonen, dass die Schweiz aufgrund ihrer hohen Bevölkerungsdichte und begrenzten Deponiekapazitäten auf thermische Abfallverwertung angewiesen ist.

Beitrag zur Energiewende

Das Projekt fügt sich in die nationale Strategie zur Energiewende ein. Der Bund fördert die Nutzung einheimischer Energiequellen, um die Abhängigkeit von Energieimporten zu verringern. Kehrichtverbrennungsanlagen leisten dabei einen messbaren Beitrag: Schweizweit decken sie bereits heute rund 5 Prozent des Strombedarfs.

Die Bauarbeiten in Zuchwil laufen nach Plan. Die Inbetriebnahme ist für 2028 vorgesehen. Dann wird die Anlage nicht nur Abfall entsorgen, sondern gleichzeitig einen wichtigen Beitrag zur regionalen Energie- und Wärmeversorgung leisten. Die Investition von 600 Millionen Franken unterstreicht den Stellenwert, den die thermische Abfallverwertung in der Schweizer Energiepolitik einnimmt.

Für die Betreiber ist das Projekt ein Bekenntnis zu einer nachhaltigen und ressourceneffizienten Kreislaufwirtschaft. Die Anlage soll über Jahrzehnte hinweg Energie liefern und damit die Region bei der Erreichung ihrer Klimaziele unterstützen.

Artikel teilen

Fehler im Artikel melden

Vielen Dank für Ihren Hinweis. Bitte beschreiben Sie den Fehler so genau wie möglich.

PNG, JPG oder WebP, max. 5 MB

Kommentare

Melden Sie sich an, um mitzudiskutieren.

Noch keine Kommentare. Schreiben Sie den ersten.