Autofreier Monat: Experiment mit gemischten Reaktionen
31 Tage ohne Auto – für manche eine Befreiung, für andere nur ein Versuch

31 Tage ohne Auto – ein Experiment, das in der Schweiz unterschiedlich aufgenommen wird. Während Städter den Verzicht als machbar bezeichnen, stossen Bewohner ländlicher Regionen an praktische Grenzen. So berichten Personen, die sich der Herausforderung gestellt haben.
Städtische Teilnehmende schätzen neue Freiheiten
In Zürich, Basel und Bern berichten Teilnehmende von positiven Erfahrungen. Der öffentliche Verkehr, das Velo und E-Scooter werden zur Alternative. Zürcher Teilnehmende berichteten, sie hätten Zeit gewonnen, da sie während der Fahrt im Tram lesen könnten. Andere schätzen die körperliche Bewegung durch den Veloweg zur Arbeit.
Die Infrastruktur in Städten erleichtert den Verzicht. Kurze Wege, dichte Taktung im ÖV und Velowege sind vorhanden. Einkäufe werden häufiger und in kleineren Mengen erledigt. Car-Sharing-Angebote dienen als Notlösung für Transporte.
Ländliche Regionen stossen an Grenzen
Anders präsentiert sich die Situation auf dem Land. Teilnehmende aus dem Berner Oberland und dem Thurgau berichten von Schwierigkeiten. Lange Wartezeiten, fehlende Abendverbindungen und weite Distanzen erschweren den Alltag. «Ohne Auto schaffe ich meinen Arbeitstag nicht», sagt ein Teilnehmer aus einer Landgemeinde.
Der Einkauf wird zur Herausforderung. Schwere Lasten lassen sich ohne Auto kaum transportieren. Auch spontane Termine oder Kinderbetreuung sind ohne eigenes Fahrzeug schwer zu organisieren. Viele brechen das Experiment vorzeitig ab oder nutzen das Auto in Ausnahmefällen.
Experten sehen Potenzial und Hürden
Mobilitätsexperten bewerten das Experiment differenziert. «In Städten ist der Verzicht aufs Auto mit guter Planung machbar», sagt ein Verkehrsplaner. Auf dem Land brauche es jedoch Investitionen in die Infrastruktur. Mehr Buslinien, bessere Velowege und flexible Angebote wie Rufbusse seien nötig.
Es ist weithin anerkannt, dass Verhaltensänderungen Zeit benötigen. Wer einen Monat ohne Auto lebt, übernimmt oft einzelne Gewohnheiten dauerhaft. Der Arbeitsweg per Velo oder der Verzicht auf Kurzstrecken mit dem Auto bleiben häufig bestehen.
Die Umweltbilanz ist ein weiterer Aspekt. Weniger Autofahrten reduzieren den CO₂-Ausstoss. Doch nur ein dauerhafter Wechsel bringt langfristige Effekte. Doch nur ein dauerhafter Wechsel bringt langfristige Effekte. Die Förderung nachhaltiger Mobilität erfordert politische Massnahmen.
Das Experiment zeigt: Der autofreie Monat funktioniert unterschiedlich gut. Städtische Regionen bieten die Voraussetzungen, ländliche Gebiete benötigen Verbesserungen. Ob der Verzicht dauerhaft gelingt, hängt von individuellen Umständen und der verfügbaren Infrastruktur ab.



