Vier iPhone-Duo-Geräte sind in Sternenweiss und Nachthimmel von vorne und hinten abgebildet.
© Apple
Technologie21:37 UhrJournalPlus RedaktionLesezeit: 4 Min.0 Kommentare

iPhone Duo: Apples faltbares iPhone kostet ab 1999 Franken

Apples erstes faltbares iPhone kommt am 23. Oktober in die Schweiz. Es bietet ein 7,6-Zoll-Display, den A20 Pro und vier Speichergrössen – verlangt aber einen hohen Aufpreis.

Apple hat am Mittwochabend in Cupertino nicht bloss die nächste iPhone-Generation vorgestellt, sondern eine neue Gerätekategorie eröffnet. Im Mittelpunkt des September Events stand das iPhone Duo: Apples erstes faltbares Smartphone. Es soll die Handlichkeit eines iPhones mit der Arbeitsfläche eines kleinen Tablets verbinden – und kommt zu einem entsprechend hohen Preis in die Schweiz.

Das iPhone wird zum Doppelbildschirm

Aufgeklappt bietet das iPhone Duo ein 7,6 Zoll grosses Super Retina XDR Display. Geschlossen lässt es sich über einen äusseren 5,4-Zoll-Bildschirm bedienen. Beide OLED-Displays unterstützen laut Apple ProMotion mit bis zu 120 Hertz und erreichen im Freien eine Spitzenhelligkeit von bis zu 3000 Nits. Das Innendisplay besteht aus mehreren dünnen Schichten und erhält eine Nanotexturbeschichtung, die Reflexionen mindern soll.

Das Scharnier erlaubt verschiedene Winkel. Damit kann das Gerät wie ein kleines Notebook aufgestellt, als Buch gehalten oder im Zeltmodus für Fotos und Videos verwendet werden. iOS 27 wurde für diese Positionen angepasst: Inhalte lassen sich auf beide Bildschirmhälften verteilen, während Funktionen wie Duo Preview der fotografierten Person auf dem Aussendisplay eine Vorschau zeigen.

Mit 254 Gramm ist das Duo deutlich schwerer als ein klassisches Smartphone. Geöffnet misst es 5,2 Millimeter in der Tiefe, geschlossen 11,3 Millimeter. Rahmen und Scharnierabdeckung bestehen aus Titan, Vorder- und Rückseite aus Ceramic Shield. Apple gibt eine IP68-Klassifizierung gegen Wasser und Staub an. Wie gut Scharnier und Faltbildschirm den Alltag über Jahre überstehen, werden allerdings erst unabhängige Langzeittests zeigen.

Zwei Hände halten ein geschlossenes und ein vollständig geöffnetes iPhone Duo nebeneinander.
Geschlossen bietet das iPhone Duo ein 5,4-Zoll-Display, geöffnet wächst die Arbeitsfläche auf 7,6 Zoll. · © Apple

Schweizer Preise: bis zu 3199 Franken

In der Schweiz startet das iPhone Duo mit 256 GB Speicher bei 1999 Franken. Die Version mit 512 GB kostet 2199 Franken, für 1 TB verlangt Apple 2599 Franken und für 2 TB 3199 Franken. Angeboten wird das Gerät in den Farben Nachthimmel und Sternenweiss.

Vorbestellungen sind ab Freitag, 16. Oktober 2026, um 14 Uhr möglich. In den Verkauf kommt das iPhone Duo am Freitag, 23. Oktober. Im Lieferumfang liegt ein USB-C-Kabel, ein Netzteil jedoch nicht. Das Modell setzt ausschliesslich auf eSIM. Interessierte sollten deshalb vor dem Kauf prüfen, ob ihr Mobilfunkabo und der gewünschte Schweizer Anbieter die unkomplizierte Aktivierung unterstützen.

Der Einstiegspreis von 1999 Franken ist die zentrale Hürde. Dafür bekommt man bereits einen leistungsfähigen Laptop plus ein gutes Smartphone. Apple richtet die erste Generation deshalb vor allem an technikaffine Käuferinnen und Käufer, mobile Berufstätige und Menschen, die unterwegs häufig Dokumente, Videos oder mehrere Apps gleichzeitig nutzen.

A20 Pro, zwei Batterien und vier Kameras

Im Innern arbeitet der neue A20 Pro. Apple spricht von einer bis zu 20 Prozent schnelleren Sechskern-CPU und 50 Prozent mehr Speicherbandbreite gegenüber dem A19 Pro. Eine Dampfkammer soll die Wärme verteilen. Für KI-Aufgaben stehen zwei 16-Kern-Neural-Engines bereit. Solche Vergleichswerte stammen vom Hersteller; unabhängige Messungen liegen am Abend der Präsentation noch nicht vor.

Auf dem Display des iPhone Duo bestätigt Siri AI die Erstellung eines Tennistermins im Kalender.
Apple demonstriert, wie Siri AI Informationen aus Apps nutzt, um einen Kalendereintrag zu erstellen. · © Apple

Apple verteilt die Energieversorgung erstmals auf zwei integrierte Batterien. Nach eigenen Angaben reicht das für bis zu 24 Stunden typische Nutzung. Bei reiner Videowiedergabe nennt der Konzern bis zu 44 Stunden auf dem Aussen- und bis zu 31 Stunden auf dem Innendisplay. Mit einem separat erhältlichen Netzteil von mindestens 60 Watt soll der Akku per Kabel in rund 20 Minuten zu 50 Prozent geladen sein.

Das rückseitige Dual-Fusion-System kombiniert eine 48-Megapixel-Hauptkamera mit einem 48-Megapixel-Ultraweitwinkel. Ein zweifacher Ausschnitt aus dem Hauptsensor dient als Teleoption in optischer Qualität; ein separates Teleobjektiv fehlt. Aussen sitzt eine 12-Megapixel-Center-Stage-Kamera, innen eine unter dem Display verborgene FaceTime-Kamera. Videos sind laut Datenblatt mit bis zu 4K und 120 Bildern pro Sekunde möglich.

Eine Person liegt zwischen hohem Gras und balanciert eine weisse Kaugummiblase auf der Nase.
Ein von Apple veröffentlichtes Beispielfoto der 48-Megapixel-Ultraweitwinkelkamera des iPhone Duo. · © Apple

Gerade bei der Kamera zeigt sich der Kompromiss des Faltkonzepts. Das gleichzeitig vorgestellte iPhone 18 Pro besitzt ein zusätzliches 48-Megapixel-Teleobjektiv und mehr manuelle Kontrolle. Wer maximale Fotoqualität sucht, dürfte dort besser bedient sein. Wer hingegen den grossen, flexibel aufstellbaren Bildschirm nutzt, erhält mit dem Duo Fähigkeiten, die kein anderes iPhone bietet.

Was Apple sonst vorgestellt hat

Neben dem Duo präsentierte Apple das iPhone 18 Pro, die Apple Watch Series 12, die Apple Watch Ultra 4 und die AirPods 5. Das iPhone 18 Pro startet in der Schweiz bei 1199 Franken und bringt unter anderem eine 48-Megapixel-Hauptkamera mit variabler Blende. Die Watch Series 12 setzt den Schwerpunkt auf präzisere Herzfrequenzmessung und häufigere HRV-Werte, die Ultra 4 auf längere Batterielaufzeit. Für die AirPods 5 verspricht Apple eine stärkere aktive Geräuschunterdrückung und eine neue Akustikarchitektur.

Ein mutiger Anfang – mit Erstkäufer-Risiko

Das iPhone Duo ist die wichtigste Apple-Neuheit des Abends, weil es die bisher starre Form des iPhones aufbricht. Der Nutzen ist nachvollziehbar: mehr Platz für Arbeit, Medien und Multitasking, ohne zusätzlich ein Tablet mitzunehmen. Gleichzeitig bleiben offene Fragen zu Haltbarkeit, Reparaturkosten, der sichtbaren Falte und der tatsächlichen Batterielaufzeit.

Für Schweizer Konsumentinnen und Konsumenten empfiehlt sich deshalb kein Kauf allein aufgrund der Präsentation. Wer das Duo in Betracht zieht, sollte es nach dem Verkaufsstart im Laden ausprobieren, unabhängige Tests abwarten und prüfen, ob der grosse Innenbildschirm den Aufpreis im eigenen Alltag wirklich rechtfertigt. Die erste Generation ist ein technisches Versprechen – aber noch kein Beweis dafür, dass faltbare iPhones zum neuen Standard werden.

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