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Shein plant Börsengang in Hongkong im September

Der chinesische Online-Modehändler will trotz Rückschlägen an die Börse.

Hohe Wolkenkratzer des Finanzdistrikts von Hongkong bei Dämmerung, die Geschäft und Wirtschaft symbolisieren.
Bild: Marianne7Sevens / Pixabay

Der chinesische Online-Modehändler Shein plant für September den Börsengang in Hongkong. Das berichten mehrere Nachrichtenagenturen übereinstimmend. Ein Börsengang in Hongkong wäre für das Unternehmen ein Meilenstein. Shein könnte damit Milliarden an frischem Kapital einsammeln.

Ursprünglich hatte Shein eine Notierung in den USA angestrebt. Diese Pläne wurden jedoch auf Eis gelegt. Gründe waren regulatorische Hürden">regulatorische Hürden und politischer Druck aus Washington. Auch ein Börsengang in London wurde diskutiert. Hongkong gilt nun als pragmatische Lösung.

Shein hat sich in den vergangenen Jahren zu einem der umsatzstärksten Modehändler weltweit entwickelt. Das Geschäftsmodell setzt auf tiefe Preise, eine enorme Auswahl und schnelle Produktionszyklen. In Europa und auch in der Schweiz ist die Plattform bei jungen Kunden beliebt. Kritik gibt es allerdings an Arbeitsbedingungen und an der Nachhaltigkeit.

Ein Börsengang mit Hindernissen

Der Weg an die Börse ist nicht frei von Hürden. Die chinesische Wertpapieraufsicht muss dem Vorhaben zustimmen. Auch die Börsenaufsicht in Hongkong prüft das Unternehmen genau. Shein steht wegen Arbeitsbedingungen in der Lieferkette und wegen möglicher Zollprobleme in der Kritik. Diese Faktoren könnten den Zeitplan beeinflussen.

Nach Angaben von mit der Sache vertrauten Personen könnte die Bewertung bei über 60 Milliarden Dollar liegen. Das wäre einer der grössten Börsengänge in Hongkong in diesem Jahr. Offiziell hat sich Shein dazu nicht geäussert. Genau Zahlen werden erst im Rahmen des IPO-Prozesses erwartet.

Risiken für Anleger

Für Anleger gibt es mehrere Risiken. Sheins Geschäftsmodell hängt stark vom chinesischen Markt und von den USA ab. Ein verschärfter Handelskonflikt könnte die Lieferketten stören. Zudem ist die Modebranche von schnellen Trends abhängig. Eine rückläufige Nachfrage würde sich direkt auf den Umsatz auswirken.

Analysten verweisen auf die hohe Bewertung im Vergleich zu traditionellen Modehändlern. Sollte das Wachstum nachlassen, drohe eine Korrektur der Aktie. Zudem wird die Transparenz des Unternehmens kritisiert. Shein müsse offenlegen, wie die Produkte hergestellt werden und wie Kundendaten verarbeitet werden. Folgende Punkte gelten als besonders heikel:

  • Abhängigkeit von chinesischen Produktionsstätten
  • Unsicherheiten in den Handelsbeziehungen zwischen China und den USA
  • Rechtsstreitigkeiten zum Thema Nachahmung und Urheberrecht
  • Fehlende Transparenz bei Arbeitsbedingungen und Umweltstandards

Auswirkungen auf den Modehandel

Ein erfolgreicher Börsengang von Shein hätte auch Auswirkungen auf den globalen Modehandel. Konkurrenten wie Zara oder H&M spüren bereits den Preis- und Geschwindigkeitsdruck. Auch in der Schweiz stehen grosse Detailhändler unter Druck. Sheins Tiefpreisstrategie und die schnelle Lieferung verändern das Einkaufsverhalten vieler Konsumenten.

Der Börsengang könnte die Expansion in weitere Märkte finanziell unterstützen. Shein hat in den letzten Jahren auch in Europa eigene Lager aufgebaut, um Lieferzeiten zu verkürzen. In der Schweiz ist Shein vor allem als Online-Anbieter präsent, mit einer wachsenden Kundenbasis. Schweizer Anleger könnten direkt von einem IPO profitieren, sollten aber abwägen, ob das Chancen-Risiko-Verhältnis stimmt.

Der Börsengang in Hongkong ist für Shein ein entscheidender Schritt. Das Unternehmen will damit Kapital für die Expansion gewinnen. Ob der Zeitplan eingehalten werden kann, ist ungewiss. Die Redaktion wird die Entwicklung weiterverfolgen.

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