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Lufthansa-Flugzeug am Gate eines Schweizer Flughafens in der Abenddämmerung
Symbolbild, KI-generiert · JournalPlus
15:45 UhrJournalPlus RedaktionLesezeit: 2 Min.0 Kommentare

Flugpreis auf den zweiten Blick: Welche Zuschläge schon im Endpreis stecken müssen

Was Schweizer Reisende bei Lufthansa, SWISS und anderen Airlines prüfen sollten – und welche Extras tatsächlich freiwillig sind.

Ein Flugticket sieht im ersten Moment oft günstiger aus, als es am Ende wirkt. Das liegt aber nicht automatisch an einem unzulässigen Zuschlag. Entscheidend ist, welche Kosten zwingend anfallen und welche Leistung Reisende freiwillig dazukaufen. Für Angebote an Kundinnen und Kunden in der Schweiz gilt ein klarer Grundsatz: Der tatsächlich zu bezahlende Preis muss alle unvermeidbaren und vorhersehbaren Steuern, Gebühren, Zuschläge und Entgelte enthalten.

Das betrifft etwa Flughafentaxen, Sicherheitsgebühren, Treibstoffzuschläge und andere nicht frei wählbare Preisbestandteile. Das Bundesamt für Zivilluftfahrt verlangt den Gesamtpreis in der Werbung; das Staatssekretariat für Wirtschaft verweist für online buchbare Flugreisen ebenfalls auf den Grundsatz der Gesamtpreisangabe. Eine Airline darf diese Pflichtkosten in den Preisdetails aufschlüsseln. Sie darf sie aber nicht erst ganz am Schluss als unvermeidbare Überraschung aufschlagen.

Warum kann der Betrag im Buchungsprozess dennoch steigen? Oft verändert sich nicht derselbe Flugpreis, sondern die gewählte Leistung. Wer einen anderen Tarif anklickt, zusätzliches Gepäck bucht, einen Sitzplatz reserviert oder eine Reiseversicherung auswählt, kauft mehr als den ursprünglichen Flug. Auch ein kostenpflichtiger Service zur Preisgarantie ist ein separates Angebot. Solche Optionen sollten klar erkennbar sein und nur hinzukommen, wenn Reisende sie bewusst auswählen.

Bei Lufthansa Group kommt hinzu, dass ein Umweltkostenzuschlag je nach Flug als Bestandteil der Preisdetails erscheinen kann. Lufthansa begründet ihn mit regulatorischen Umweltkosten, unter anderem im Zusammenhang mit nachhaltigem Flugtreibstoff und dem europäischen Emissionshandel. Der Zuschlag ist damit nicht automatisch eine freiwillige Klimaspende. Für die Buchung zählt deshalb nicht allein, ob eine Position einen technischen Namen trägt, sondern ob sie für genau diese Reise unvermeidbar ist und im angezeigten Gesamtpreis steckt.

Laptop mit neutraler Flugpreis-Aufschlüsselung, Boardingpass ohne persönliche Daten und Flughafen im Hintergrund.
Preisdetails prüfen: Pflichtkosten und freiwillige Extras sollten vor dem Buchen klar unterscheidbar sein. · KI-generiertes Symbolbild · JournalPlus

Für Herr und Frau Schweizer lohnt sich ein kurzer Preischeck vor dem Klick auf «Kaufen». Zuerst sollten sie Flugdatum, Strecke, Anzahl Personen und gewählten Tarif festlegen. Danach gehört ein Blick in die Preisaufschlüsselung dazu: Was ist Flugpreis, was sind Steuern und Gebühren, und welche Positionen sind echte Extras? Wer in einer Fremdwährung bezahlt, sollte zudem den ausgewiesenen Referenzpreis in Franken, den Umrechnungskurs und mögliche Kartenkosten prüfen. Ein Zuschlag für eine bestimmte Zahlungsart ist nur dann als freiwillig einzuordnen, wenn eine kostenlose, in der Schweiz übliche Alternative besteht.

Wichtig ist auch die Reihenfolge der Belege. Ein Screenshot der gewählten Verbindung und der Preisdetails vor dem Abschluss hilft, falls die Rechnung später nicht zum bestätigten Preis passt. Nach der Buchung sollte die elektronische Quittung gesichert werden. Bei Unklarheiten empfiehlt sich zuerst eine detaillierte Rechnung bei Airline oder Reisebüro. Kommt keine nachvollziehbare Erklärung, verweist das BAZL auf den Ombudsmann der Schweizer Reisebranche, das SECO und – je nach Fall – die kantonalen Stellen.

Das ist keine Einladung, jede Preisänderung als Trick zu deuten. Dynamische Tarife sind im Luftverkehr üblich. Transparenz heisst nicht, dass ein Preis bis morgen garantiert gleich bleibt. Transparenz heisst: Für die konkret gewählte Reise müssen Reisende vor dem Kauf erkennen können, was zwingend bezahlt wird und wofür sie sich bewusst zusätzlich entscheiden.

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