Griechenland schützt Akropolis vor Klimawandel
Schweizer Denkmalschutz kann von mediterranen Strategien lernen

Die antiken Stätten Griechenlands stehen unter zunehmendem Druck durch den Klimawandel. Extreme Hitze, heftige Regenfälle und steigende Temperaturen setzen der über 2400 Jahre alten Bausubstanz zu. Das griechische Kulturministerium hat deshalb ein umfassendes Schutzprogramm lanciert, das auch für andere Länder mit bedrohtem Kulturerbe als Vorbild dienen könnte.
Akropolis besonders gefährdet
Die Akropolis in Athen zählt zu den am stärksten betroffenen Monumenten. Temperaturen von über 45 Grad im Sommer lassen den Marmor expandieren und führen zu Rissen in der historischen Substanz. Starkregen verursacht Erosion und unterspült Fundamente. «Die Klimaveränderungen beschleunigen Prozesse, die normalerweise Jahrhunderte dauern würden», erklärt «Die Klimaveränderungen beschleunigen Prozesse, die normalerweise Jahrhunderte dauern würden», erklärte Maria Vlazaki, die 2019 Generalsekretärin des griechischen Kulturministeriums war, gegenüber der BBC., gegenüber der BBC.
Neue Schutzmassnahmen umfassen innovative passive Kühlsysteme, die Steinoberflächen vor extremer Hitze bewahren sollen. Verbesserte Drainage-Anlagen leiten Regenwasser kontrolliert ab. Zudem überwachen Sensoren permanent Temperatur, Feuchtigkeit und strukturelle Veränderungen an kritischen Punkten der Bauwerke.
Lehren für Schweizer Alpendenkmäler
Schweizer Denkmalschützer beobachten die Entwicklungen in Griechenland mit Interesse. Die zunehmenden Wetterextreme in den Alpen stellen auch hierzulande eine wachsende Herausforderung dar. Historische Gebäude, Burgen und Klöster in Bergregionen leiden unter intensiveren Niederschlägen, Schmelzwasser und Temperaturschwankungen.
Die in Griechenland entwickelten Strategien könnten gemäss Einschätzung von Schweizer Denkmalschutzexperten wertvolle Ansätze bieten, die auf die hiesigen Verhältnisse übertragen werden. Besonders das systematische Monitoring und präventive Massnahmen könnten auch in der Schweiz verstärkt zum Einsatz kommen. Anders als in mediterranen Gebieten stehen alpine Denkmäler jedoch zusätzlich vor Herausforderungen durch Frost-Tau-Wechsel und erhöhte Steinschlaggefahr.
Internationale Zusammenarbeit gefordert
Experten fordern eine intensivere internationale Kooperation im Denkmalschutz. Die UNESCO hat angekündigt, den Erfahrungsaustausch zwischen Ländern mit bedrohtem Kulturerbe zu fördern. Griechenland investiert nach Angaben des Kulturministeriums bis 2028 im Rahmen eines umfangreicheren, EU-finanzierten Programms für Kulturerbe, das auch Klimaschutz umfasst, erhebliche Mittel in archäologische Stätten.
Neben technischen Lösungen diskutieren Fachleute auch über Besuchermanagement. An besonders heissen Tagen könnten Zugangszeiten eingeschränkt werden, um zusätzliche Belastung zu vermeiden. Solche Konzepte könnten langfristig auch für stark frequentierte Schweizer Sehenswürdigkeiten relevant werden, wenn Hitzewellen zunehmen.
Die Entwicklungen zeigen, dass Klimaschutz und Denkmalpflege zunehmend Hand in Hand gehen müssen. Was in Griechenland heute erprobt wird, könnte morgen in den Schweizer Alpen Standard sein.



