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Harald V. gestorben: Haakon VIII. folgt auf den Thron

Nach dem Tod von König Harald V. übernimmt Haakon VIII. die Herrschaft. Die Monarchie steht vor einem Generationenwechsel.

König Haakon VIII.
oto: Ola Vatn / Det kongelige hoff

Norwegen hat einen neuen König: Nach dem Tod von Harald V. hat sein Sohn Haakon VIII. am Freitag den Thron übernommen. Der 53-Jährige führt die Monarchie in eine neue Phase – unter dem gleichen Leitspruch wie sein Vater: «Alt for Norge», «Alles für Norwegen». Gleichzeitig beginnt für die norwegische Königsfamilie eine schwierige Zeit.

König Harald V. starb am Freitag, 28. August 2026, um 6.35 Uhr im Oslo University Hospital Rikshospitalet. Er wurde 89 Jahre alt. Harald hatte Norwegen seit 1991 als König repräsentiert und war in den vergangenen Jahren immer wieder wegen gesundheitlicher Probleme behandelt worden. Die Regierung rief eine nationale Trauerperiode bis nach der Beerdigung aus. Diese soll in der Osloer Domkirche stattfinden; ein Termin steht noch nicht fest. Norwegische Regierung

Haakon VIII. übernimmt den Thron

Mit dem Tod des Monarchen geht der norwegische Thron automatisch auf den nächsten Thronfolger über. Haakon, geboren am 20. Juli 1973, ist damit König Haakon VIII. geworden. Bei einer ausserordentlichen Sitzung des Staatsrats im Königlichen Palast wurde der Wechsel formell bestätigt.

Der neue König wählte denselben Leitspruch wie sein Vater, Grossvater und Urgrossvater: «Alt for Norge». Haakon sagte zudem zu, seine neue Aufgabe im Dienst Norwegens und gemäss der Verfassung auszuüben. Die norwegische Regierung bezeichnete den Wechsel als Beginn einer neuen Ära. Regierung Norwegens

Haakon ist auf die Aufgabe vorbereitet. Er besuchte die norwegische Marineakademie und studierte unter anderem Politik- und Entwicklungswissenschaften. Bereits während der Regierungszeit seines Vaters übernahm er wiederholt repräsentative Aufgaben und amtierte zeitweise als Regent, wenn Harald gesundheitlich angeschlagen oder im Ausland war. Königshaus Norwegen

Aus Kronprinzessin wird Königin

Auch innerhalb der engsten Familie ändern sich die Rollen unmittelbar. Haakons Ehefrau Mette-Marit ist nun Königin. Die gemeinsame Tochter Ingrid Alexandra trägt den Titel Kronprinzessin und ist die Nummer zwei der Thronfolge. Ihr jüngerer Bruder Sverre Magnus folgt an dritter Stelle. Königshaus Norwegen

Die norwegische Thronfolge folgt einer direkten Linie. Seit einer Verfassungsänderung von 1990 haben männliche und weibliche Nachkommen grundsätzlich die gleichen Rechte. Für die vor 1990 Geborenen gilt allerdings noch die frühere Regelung. Deshalb blieb Haakon trotz seiner jüngeren Schwester Märtha Louise erster Thronfolger.

Ingrid Alexandra ist 22 Jahre alt und wurde seit ihrer Kindheit auf ihre künftige Rolle vorbereitet. Mit Haakons Thronbesteigung wird sie zur Kronprinzessin. Die norwegische Regierung weist darauf hin, dass sie als zweite Person der Thronfolge erstmals in der jüngeren norwegischen Geschichte nach einem Thronwechsel einen schriftlichen Eid auf die Verfassung vor dem Storting ablegen muss. Regierung Norwegens

Eine neue Rolle für Mette-Marit

Für Mette-Marit kommt der Thronwechsel zu einem schwierigen Zeitpunkt. Die neue Königin leidet an einer schweren chronischen Lungenerkrankung. Im Juni 2026 wurde sie nach umfassenden Untersuchungen auf die norwegische Warteliste für eine Lungentransplantation gesetzt. Nach Angaben des Königshauses hat ihre Erkrankung auch Auswirkungen auf die offiziellen Aufgaben von Haakon und den übrigen Familienmitgliedern. Königshaus Norwegen

Damit steht Haakon nicht nur vor der Aufgabe, das Erbe seines Vaters weiterzuführen. Er muss zugleich die Belastungen innerhalb seiner eigenen Familie bewältigen.

Harald hinterlässt eine besondere Rolle

Harald V. prägte Norwegen mehr als drei Jahrzehnte. Er wurde 1991 König, nachdem sein Vater Olav V. gestorben war. Gemeinsam mit Königin Sonja stand er für eine vergleichsweise volksnahe Monarchie.

Harald war bereits als Kind vom Zweiten Weltkrieg geprägt worden. Nach der deutschen Besetzung Norwegens floh die Königsfamilie ins Ausland. Der junge Harald verbrachte einen Teil seiner Kindheit in den USA, bevor er nach dem Krieg nach Norwegen zurückkehrte.

Während seiner Regierungszeit veränderte sich das Land stark. Norwegen wurde zu einem der wohlhabendsten Staaten Europas. Gleichzeitig wandelte sich die Gesellschaft und wurde vielfältiger. Harald bemühte sich, die Monarchie als verbindendes Element zu positionieren.

Besonders in Erinnerung blieb seine Reaktion auf die Terroranschläge vom 22. Juli 2011. Er stellte sich öffentlich hinter die offene und vielfältige Gesellschaft Norwegens. Auch bei Naturkatastrophen und nationalen Krisen suchte er den direkten Kontakt zur Bevölkerung.

Wie viel Rückhalt hat die Monarchie noch?

Die zentrale Frage für Haakon lautet deshalb nicht, ob er die verfassungsmässigen Aufgaben des Königs erfüllen kann. Das ist weitgehend geregelt. Schwieriger wird die Frage, wie sich die Monarchie langfristig behauptet.

Harald war über Jahrzehnte eine aussergewöhnlich bekannte und populäre Figur. Sein Tod hinterlässt deshalb eine Lücke. Gleichzeitig wurde das Vertrauen in die Königsfamilie zuletzt durch mehrere Kontroversen belastet. Dazu gehören die juristischen Probleme rund um Marius Borg Høiby, den Sohn Mette-Marits aus einer früheren Beziehung, sowie die Debatte über Mette-Marits Kontakte zu Jeffrey Epstein. Haakon selbst gilt dagegen als vergleichsweise unbelastet und geniesst weiterhin hohes persönliches Vertrauen. SRF

Für den neuen König wird es deshalb darum gehen, die Nähe zur Bevölkerung zu bewahren, ohne die traditionelle Rolle der Monarchie aufzugeben. Politische Macht besitzt er nur in sehr begrenztem Umfang. Norwegen ist eine konstitutionelle Monarchie; die politische Verantwortung liegt bei Regierung und Parlament.

Ein automatischer Thronwechsel – aber kein automatischer Erfolg

Der Übergang von Harald zu Haakon ist verfassungsrechtlich klar geregelt. Das Land bleibt handlungsfähig, und der Staat hat zu keinem Zeitpunkt keinen Monarchen. Haakon wurde unmittelbar mit dem Tod seines Vaters König. Regierung Norwegens

Politisch und gesellschaftlich beginnt dennoch eine neue Phase. Harald V. verkörperte die norwegische Monarchie seit 1991. Haakon muss nun zeigen, ob er dieses Erbe unter veränderten Bedingungen weiterführen kann.

Für Norwegen ist der Thronwechsel deshalb mehr als ein formaler Akt. Mit Harald geht eine prägende Figur des Landes. Mit Haakon VIII. übernimmt eine neue Generation – mit einem klaren Auftrag, aber ohne Garantie, dass die Popularität des Vorgängers automatisch auf sie übergeht.

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