Internationale Politik11:20 UhrJournalPlus RedaktionLesezeit: 2 Min.0 Kommentare

Kanada kündigt Vergeltungszölle gegen USA an

Kanada reagiert Dollar für Dollar auf US-Zölle

Ein Containerschiff im Hafen mit Kränen bei Sonnenuntergang.
Bild: smartschwarz / Pixabay

Kanada eskaliert den Handelskonflikt mit den USA. Premierminister Justin Trudeau kündigte an, dass sein Land Dollar für Dollar auf amerikanische Zölle reagieren werde. Die Handelsgespräche zwischen den beiden Nachbarstaaten sind gescheitert.

Gescheiterte Verhandlungen führen zur Eskalation

Nach dem Scheitern der Handelsgespräche mit Washington hat Justin Trudeau deutliche Worte gewählt. Er bezeichnete die Lage als eine ernste Eskalation des Handelskonflikts. Die USA hätten zuvor Zölle auf kanadische Produkte verhängt, ohne eine Einigung in den Verhandlungen anzustreben. Kanada werde nun mit gezielten Gegenmassnahmen antworten, die amerikanische Exporte im gleichen Umfang treffen sollen.

Der Handelsstreit zwischen den USA und Kanada belastet das Verhältnis zweier enger Partner. Beide Länder sind durch das Freihandelsabkommen USMCA eng verbunden. Die gegenseitigen Zölle gefährden nun das Handelsvolumen. Kanada kündigte Vergeltungszölle auf amerikanische Exporte im Wert von rund 16,6 Milliarden Kanadische Dollar (etwa 12,8 Milliarden US-Dollar) an. Experten warnen vor negativen Folgen für beide Volkswirtschaften.

Auswirkungen auf Schweizer Wirtschaft möglich

Die Eskalation im nordamerikanischen Handelsstreit könnte auch Schweizer Unternehmen betreffen. Viele Exporteure sind in komplexe globale Lieferketten eingebunden, die über die USA und Kanada verlaufen. Störungen im transatlantischen Handel könnten diese Ketten belasten.

Schweizer Industrieunternehmen exportieren Maschinen, Chemieprodukte und Pharmazeutika sowohl in die USA als auch nach Kanada. Ein ausgeweiteter Handelskrieg könnte Lieferzeiten verlängern und Kosten erhöhen. Auch indirekte Effekte über veränderte Rohstoffpreise oder Währungsschwankungen sind denkbar. Das Staatssekretariat für Wirtschaft SECO beobachtet die Entwicklung nach eigenen Angaben aufmerksam.

Gefahr für internationale Handelsordnung

Handelsexperten sehen in der Eskalation zwischen den USA und Kanada ein problematisches Signal für das multilaterale Handelssystem. Wenn selbst eng verbundene Partner zu Vergeltungszöllen greifen, könnte dies andere Staaten ermutigen, ähnliche Massnahmen zu ergreifen. Die Welthandelsorganisation WTO warnt seit Jahren vor einer Zunahme protektionistischer Tendenzen.

Für kleinere, exportorientierte Volkswirtschaften wie die Schweiz ist ein stabiles internationales Handelssystem von zentraler Bedeutung. Rund zwei Drittel der Schweizer Wirtschaftsleistung hängen vom Aussenhandel ab. Handelskonflikte zwischen grossen Wirtschaftsräumen können deshalb auch hierzulande spürbare Auswirkungen haben.

Die kommenden Wochen werden zeigen, ob die Eskalation zwischen den USA und Kanada weiter zunimmt oder ob beide Seiten zu Verhandlungen zurückkehren. Wirtschaftsvertreter auf beiden Seiten der Grenze drängen auf eine rasche Lösung des Konflikts, um weitere Schäden zu vermeiden.

Artikel teilen

Fehler im Artikel melden

Vielen Dank für Ihren Hinweis. Bitte beschreiben Sie den Fehler so genau wie möglich.

PNG, JPG oder WebP, max. 5 MB

Kommentare

Melden Sie sich an, um mitzudiskutieren.

Noch keine Kommentare. Schreiben Sie den ersten.