Gesundheit09:20 UhrJournalPlus RedaktionLesezeit: 2 Min.0 Kommentare

PERMA-Modell: Fünf Schritte zu mehr psychischer Widerstandskraft

Wie positive Psychologie gegen steigende Belastungen helfen soll

PERMA-Modell
OpenAi

Die psychischen Belastungen in der Schweiz steigen. Laut Bundesamt für Gesundheit fühlten sich 2022 rund 18 Prozent der Bevölkerung psychisch stark belastet. Das PERMA-Modell verspricht Abhilfe: Es soll die psychische Widerstandskraft stärken und zu mehr Wohlbefinden führen.

Fünf Säulen für mehr Wohlbefinden

Der amerikanische Psychologe Martin Seligman entwickelte das Modell 2011. PERMA steht für fünf Bereiche: Positive Emotions (positive Emotionen), Engagement (Engagement und Flow), Relationships (Beziehungen), Meaning (Sinn) und Accomplishment (Zielerreichung). Jede Säule lässt sich gezielt trainieren.

Positive Emotionen bedeuten, bewusst Dankbarkeit, Freude oder Hoffnung zu kultivieren. Engagement meint das Aufgehen in einer Tätigkeit, den sogenannten Flow-Zustand. Relationships betonen die Bedeutung tragfähiger sozialer Kontakte. Meaning fordert, dem eigenen Handeln Sinn zu geben. Accomplishment bezeichnet das Erreichen selbst gesetzter Ziele.

PERMA-Modell
OpenAI

Wissenschaftliche Basis und praktische Anwendung

Das Modell fusst auf der positiven Psychologie. Diese Forschungsrichtung untersucht, was Menschen aufblühen lässt – nicht nur, was sie krank macht. Das PERMA-Modell bietet einen strukturierten Ansatz, um Ressourcen zu aktivieren. Studien zeigen: Wer die fünf Bereiche pflegt, berichtet von höherem Wohlbefinden und besserer Stressbewältigung.

In der Praxis lässt sich PERMA individuell umsetzen. Ein Dankbarkeitstagebuch fördert positive Emotionen. Hobbys und anspruchsvolle Aufgaben schaffen Engagement. Regelmässiger Austausch stärkt Beziehungen. Ehrenamtliches Engagement kann Sinn stiften. Kleine, erreichbare Ziele ermöglichen Erfolgserlebnisse.

Grenzen und kritische Einordnung

Fachleute warnen vor überzogenen Erwartungen. Das PERMA-Modell ersetzt keine Therapie bei psychischen Erkrankungen. Fachleute betonen, dass es ein präventives Werkzeug ist, kein Heilmittel. Bei Depressionen oder Angststörungen braucht es professionelle Hilfe.

Kritiker merken an, dass das Modell stark auf individuelle Verantwortung setzt. Strukturelle Probleme wie Arbeitsverdichtung oder wirtschaftliche Unsicherheit bleiben aussen vor. Zudem stammt das Konzept aus dem nordamerikanischen Kulturraum – ob es sich auf andere Kontexte übertragen lässt, ist teilweise unklar.

Dennoch gewinnt PERMA in der Schweiz an Bedeutung. Unternehmen setzen es im betrieblichen Gesundheitsmanagement ein. Schulen integrieren Elemente in den Unterricht. Für viele Menschen bietet das Modell einen praktischen Rahmen, um die eigene psychische Gesundheit aktiv zu pflegen – gerade in belastenden Zeiten.

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