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West-Nil-Virus: 232 Fälle in Griechenland – Schweiz bleibt ruhig

Erster lokaler Fall im Tessin 2025 bestätigt – was Reisende wissen müssen

West-Nil-Virus
Bild: open AI

In Griechenland breitet sich das West-Nil-Virus weiter aus. Nach Angaben der griechischen Gesundheitsbehörde EODY wurden in der laufenden Übertragungssaison bis zum 26. August 232 Infektionen registriert. 19 Menschen starben nach einer Infektion. Innerhalb einer Woche kamen 75 neue Fälle hinzu.

Damit hat sich die Zahl der gemeldeten Erkrankungen seit Ende Juli mehr als verfünffacht. Damals waren 42 Fälle registriert worden, vor einer Woche waren es 157. Besonders stark betroffen ist die Region Attika rund um Athen. Das Virus wurde jedoch auch in weiteren Teilen Griechenlands nachgewiesen. EODY rechnet damit, dass in den kommenden Wochen weitere Fälle hinzukommen können.

Viele schwere Verläufe betreffen das Nervensystem

Von den 232 bestätigten Fällen entwickelten 165 Betroffene Symptome, die das zentrale Nervensystem betrafen. Dazu zählen unter anderem Hirnentzündungen, Hirnhautentzündungen und akute schlaffe Lähmungen. Weitere 67 Erkrankte hatten einen milderen Verlauf oder keine neurologischen Beschwerden.

Die 19 Todesfälle wurden bei Menschen über 65 Jahren registriert. Insgesamt befanden sich zuletzt 73 Patientinnen und Patienten in Spitalbehandlung, davon 26 auf Intensivstationen.

Wie wird das West-Nil-Virus übertragen?

Das West-Nil-Virus wird hauptsächlich durch Stechmücken übertragen. Vögel dienen als wichtiges Reservoir des Virus. Menschen und Pferde können sich über den Stich infizierter Mücken anstecken, gelten aber nicht als relevante Quelle für die weitere Übertragung durch Mücken.

Die meisten Infektionen verlaufen ohne Beschwerden oder verursachen lediglich leichte Symptome. Bei einem kleinen Teil der Erkrankten kommt es zu schweren neurologischen Verläufen. Das Risiko dafür ist insbesondere bei älteren Menschen erhöht.

Eine spezifische Behandlung gegen das West-Nil-Virus gibt es nicht. Der wichtigste Schutz besteht deshalb darin, Mückenstiche möglichst zu vermeiden. Dazu gehören geeignete Insektenschutzmittel, bedeckende Kleidung und Massnahmen, die Mücken in der Umgebung reduzieren.

Attika besonders stark betroffen

Das Zentrum des aktuellen Ausbruchs liegt in Attika. Nach Angaben der EODY wurden Fälle inzwischen in 61 Gemeinden, 18 regionalen Einheiten und fünf Regionen Griechenlands festgestellt. Neben Attika sind unter anderem Thessalien, Zentralmakedonien, der Peloponnes und Zentralgriechenland betroffen.

Die Behörden haben zudem weitere Gebiete als Risikoregionen eingestuft. Auch bei Pferden wurde eine Zirkulation des Virus festgestellt. Die EODY weist darauf hin, dass die Zahl der gemeldeten Fälle nachträglich noch steigen kann, da zwischen dem Auftreten von Symptomen, der Diagnose und der offiziellen Meldung mehrere Tage liegen können.

Auch in der Schweiz nachgewiesen

Das West-Nil-Virus ist inzwischen auch in der Schweiz nachgewiesen. Im Jahr 2022 wurde das Virus erstmals bei einheimischen Mücken im Kanton Tessin festgestellt. Dies war ein Hinweis auf eine lokale Zirkulation des Erregers.

2025 bestätigten die Behörden im Tessin zudem den ersten lokal von Mücken übertragenen Fall beim Menschen in der Schweiz. Bis dahin waren in der Schweiz nur einzelne importierte Infektionen bei Reisenden bekannt.

Das Bundesamt für Gesundheit beobachtet die Entwicklung und weist darauf hin, dass sich das West-Nil-Virus in Europa zunehmend ausbreitet. Die Übertragung erfolgt saisonal vor allem zwischen Frühling und Herbst, mit einem Höhepunkt typischerweise im August und September.

Was bedeutet das für Reisende?

Für Reisende nach Griechenland steht vor allem der persönliche Mückenschutz im Vordergrund. Besonders in den Sommermonaten sollte darauf geachtet werden, Mückenstiche möglichst zu vermeiden.

Wer nach einem Aufenthalt in einem betroffenen Gebiet Fieber oder andere ungewöhnliche Beschwerden entwickelt, sollte bei einer ärztlichen Untersuchung auf die Reise hinweisen. Das gilt insbesondere bei neurologischen Symptomen.

Der aktuelle Ausbruch in Griechenland bedeutet nicht, dass in der Schweiz mit einer vergleichbaren Situation zu rechnen ist. Der erste lokal übertragene Fall im Tessin zeigt jedoch, dass das Virus auch hier unter geeigneten Bedingungen zirkulieren kann. Das BAG überwacht die Entwicklung gemeinsam mit den zuständigen Partnerbehörden.

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