Wissenschaft18:45 UhrJournalPlus RedaktionLesezeit: 5 Min.0 Kommentare

Blutmond über der Schweiz: Partielle Mondfinsternis am 28. August

Was Hobbyastronomen am Freitagmorgen erwartet

Blutmond
Bild: OpenAi

Blutmond über der Schweiz: Am Freitagmorgen lohnt sich frühes Aufstehen

Am Freitag, 28. August 2026, erwartet die Schweiz ein besonderes Himmelsschauspiel. In den frühen Morgenstunden zieht der Erdschatten über den Vollmond. Um 6:12 Uhr erreicht die partielle Mondfinsternis ihren Höhepunkt: Rund 94 Prozent der Mondscheibe werden dann vom Erdschatten bedeckt sein. Bei klarem Himmel kann sich der Mond dabei deutlich rötlich bis kupferfarben verfärben.

Wer das Ereignis beobachten möchte, braucht vor allem eines: einen frühen Wecker. Die eigentliche partielle Mondfinsternis beginnt um 4:34 Uhr. Bis zum Maximum um 6:12 Uhr wird der Erdschatten immer weiter über die Mondscheibe wandern. Danach zieht sich der Schatten wieder zurück. SRF hat die wichtigsten Beobachtungszeiten zusammengetragen.

Um 6:12 Uhr ist fast der gesamte Mond bedeckt

Bei einer Mondfinsternis steht die Erde zwischen Sonne und Mond. Sonne, Erde und Mond befinden sich dabei nahezu auf einer Linie. Der Mond befindet sich während des Ereignisses in der Nähe seiner Vollmondphase, während der Erdschatten auf seine Oberfläche fällt.

Am Freitag beginnt der Kernschatten der Erde um 4:34 Uhr, den Mond sichtbar zu bedecken. Die Verdunkelung nimmt anschliessend immer weiter zu. Um 6:12 Uhr ist das Maximum erreicht: Rund 94 Prozent der Mondscheibe liegen dann im Kernschatten. Nur ein schmaler Bereich am Rand bleibt direkt vom Sonnenlicht erhellt. Danach nimmt die Verfinsterung wieder ab.

Es handelt sich ausdrücklich um eine partielle Mondfinsternis. Der Mond wird also nicht vollständig vom Erdschatten verschluckt. Trotzdem kann das Schauspiel optisch beinahe wie eine totale Mondfinsternis wirken, weil der grösste Teil der Mondscheibe rötlich erscheint.

Warum der Mond rot wird

Besonders auffällig dürfte die Färbung des Mondes sein. Obwohl er sich teilweise im Schatten der Erde befindet, erreicht ihn weiterhin Sonnenlicht. Dieses Licht wird auf seinem Weg durch die Erdatmosphäre gestreut und gebrochen.

Vor allem die roten Lichtanteile können dabei in den Erdschatten gelangen und den Mond erreichen. Deshalb kann sich die Mondscheibe während der Finsternis dunkelrot, bräunlich oder kupferfarben zeigen.

Wie intensiv die Färbung tatsächlich ausfällt, lässt sich allerdings nicht exakt vorhersagen. Der Physiker und Hobbyastronom Beat Meier von der Sternwarte Rümlang weist darauf hin, dass unter anderem die Zusammensetzung der Atmosphäre und der Anteil von Vulkanasche die Farbe beeinflussen können. Auch die Wetterbedingungen spielen eine Rolle.

Der beste Zeitpunkt liegt kurz vor Sonnenaufgang

Das Maximum um 6:12 Uhr ist gleichzeitig der spannendste und schwierigste Moment der Beobachtung. Der Mond steht zu dieser Zeit bereits sehr tief über dem Horizont. Kurz danach geht die Sonne auf und der zunehmende Tageshimmel macht es schwieriger, den Mond zu erkennen.

Wer das Maximum sehen möchte, sollte deshalb nicht erst um 6:12 Uhr nach draussen gehen. Am besten ist es, bereits deutlich früher einen geeigneten Beobachtungsplatz aufzusuchen.

Besonders wichtig ist eine freie Sicht Richtung West-Südwest. Häuser, Bäume oder Berge können den tief stehenden Mond verdecken. Ein Standort mit möglichst freiem Horizont verbessert deshalb die Chancen erheblich.

Das Wetter entscheidet mit

Ob die Mondfinsternis tatsächlich zu sehen sein wird, hängt am Freitagmorgen entscheidend von der Bewölkung ab. Nach den aktuellen Prognosen kann es zeitweise ziemlich bewölkt sein. Es besteht jedoch die Chance auf Auflockerungen.

Die Wetterlage kann sich bis Freitag noch verändern. Wer das Himmelsschauspiel beobachten möchte, sollte deshalb die Prognosen am Donnerstagabend und in der Nacht auf Freitag nochmals überprüfen.

Auch einige Sternwarten in der Schweiz planen, am frühen Freitagmorgen ihre Türen zu öffnen. Ob dies tatsächlich möglich ist, hängt von der Wetterlage und den jeweiligen Bedingungen ab. Eine telefonische Nachfrage vor dem Besuch kann deshalb sinnvoll sein.

Keine Schutzbrille erforderlich

Im Gegensatz zu einer Sonnenfinsternis ist eine Mondfinsternis ungefährlich für die Augen. Es ist deshalb keine spezielle Schutzbrille notwendig.

Das Ereignis kann grundsätzlich mit blossem Auge beobachtet werden. Ein Fernglas oder ein Teleskop kann zusätzliche Details sichtbar machen. Für Fotografen kann sich zudem ein Stativ lohnen, da der Mond bei den schwierigen Lichtverhältnissen eine ruhige Kamera erfordert.

Warum der Vollmond während einer Finsternis nicht einfach verschwindet

Dass der Mond während einer Finsternis sichtbar bleibt, mag zunächst überraschend erscheinen. Der Erdschatten bedeutet nämlich nicht, dass überhaupt kein Sonnenlicht mehr den Mond erreicht.

Die Erdatmosphäre lenkt einen Teil des Sonnenlichts in den Schattenbereich. Dabei werden die blauen Lichtanteile stärker gestreut, während rotes Licht den Weg durch die Atmosphäre besser übersteht. Dieses rötliche Licht erreicht schliesslich die Mondoberfläche.

Der gleiche physikalische Effekt ist auch für die roten Farben von Sonnenauf- und Sonnenuntergängen auf der Erde verantwortlich. Bei einer Mondfinsternis wird dieser Effekt gewissermassen auf den Mond übertragen.

Ein Ereignis für Frühaufsteher

Die Mondfinsternis am 28. August ist damit weniger ein Ereignis für spontane Beobachter als für Frühaufsteher. Wer nur kurz nach sechs Uhr aus dem Fenster schaut, könnte den interessantesten Teil bereits teilweise verpassen.

Ideal ist ein Standort mit freier Sicht Richtung West-Südwest, möglichst wenig künstlichem Licht und einem möglichst freien Horizont. Besonders interessant dürfte die Phase zwischen dem Beginn des Kernschattens und dem Maximum sein, weil sich die Form und Farbe der Mondscheibe dabei laufend verändern.

Die wichtigsten Zeiten auf einen Blick

  • 4:34 Uhr: Beginn der partiellen Mondfinsternis durch den Kernschatten der Erde
  • 6:12 Uhr: Maximum der Finsternis
  • 94 Prozent: Anteil der Mondscheibe, der beim Maximum vom Erdschatten bedeckt ist
  • Richtung: West-Südwest
  • Schutzbrille: nicht erforderlich

Fazit

Am Freitagmorgen bietet sich der Schweiz ein seltenes und eindrucksvolles Himmelsschauspiel. Die partielle Mondfinsternis beginnt um 4:34 Uhr und erreicht um 6:12 Uhr ihren Höhepunkt. Dann befinden sich rund 94 Prozent der Mondscheibe im Erdschatten.

Besonders interessant ist, dass sich der Mond trotz der starken Verfinsterung rötlich bis kupferfarben zeigen kann. Wie intensiv die Farbe ausfällt, hängt unter anderem von der Erdatmosphäre und den Wetterbedingungen ab.

Wer das Maximum sehen möchte, sollte früh aufstehen und einen Standort mit freier Sicht Richtung West-Südwest wählen. Denn kurz nach dem Höhepunkt geht die Sonne auf – und der helle Morgenhimmel macht dem Blutmond zunehmend Konkurrenz.

Quellen

  • Schweizer Radio und Fernsehen (SRF): «Blutmond am frühen Morgen – Wann und wo am Freitag die Mondfinsternis zu sehen ist», 26. August 2026.
  • SRF Wissen: Informationen zur partiellen Mondfinsternis vom 28. August 2026.
  • Sternwarte Rümlang: Beobachtung und astronomische Einordnung der Mondfinsternis.

Artikel teilen

Fehler im Artikel melden

Vielen Dank für Ihren Hinweis. Bitte beschreiben Sie den Fehler so genau wie möglich.

PNG, JPG oder WebP, max. 5 MB

Kommentare

Melden Sie sich an, um mitzudiskutieren.

Noch keine Kommentare. Schreiben Sie den ersten.