Erste Positronen für den Future Circular Collider
Am Cern beginnt die nächste Phase des geplanten LHC-Nachfolgers.

Am Cern in Genf wurden im Rahmen der Entwicklung für den geplanten Future Circular Collider (FCC) erste Positronen erzeugt. Das Forschungszentrum spricht von einem wichtigen Schritt für die Teilchenphysik.
Ein neuer Meilenstein für den FCC
Der FCC soll in zwei Etappen entstehen. Zuerst ist ein Elektron-Positron-Beschleuniger geplant, der präzise Messungen am Higgs-Boson ermöglicht. Später soll ein Proton-Proton-Beschleuniger mit noch höherer Energie folgen. Die nun erstmals erzeugten Positronen sind für die erste Etappe zentral.
Positronen sind die Antiteilchen der Elektronen. In einem künftigen Speicherring sollen sie mit Elektronen kollidieren. Aus den Kollisionsdaten erhoffen sich die Forschenden Antworten auf offene Fragen der Physik – etwa nach der Natur der Dunklen Materie.
Ein Projekt mit grossen Dimensionen
Der FCC würde den LHC ablösen, der 2012 das Higgs-Boson entdeckte. Der neue Ring soll einen Umfang von rund 91 Kilometern haben. Zum Vergleich: Der LHC misst 27 Kilometer. Die Kosten werden auf mehrere Milliarden Franken geschätzt. Die Schweiz ist als Gastland des Cern direkt betroffen.
Schweizer Hochschulen und die Industrie sind von Beginn an eingebunden. Der Bundesrat hat sich wiederholt für den FCC ausgesprochen. Zugleich werden Fragen der Finanzierung und des Untergrundbaus diskutiert. Die Kantone Genf und Waadt würden vom Projekt profitieren.
Was die Positronen für die Physik bedeuten
Die ersten Positronen sind ein technischer Beweis. Sie zeigen, dass die Infrastruktur für Elektron-Positron-Kollisionen funktioniert. Damit lassen sich das Higgs-Boson und andere Teilchen künftig mit einer Präzision vermessen, die mit dem LHC nicht erreichbar ist. Das könnte den Blick auf neue Kräfte im Universum öffnen.
Bis der FCC vollständig in Betrieb geht, werden noch Jahre vergehen. Der offizielle Entscheid über den Bau liegt bei den Mitgliedstaaten des Cern. Bis dahin sind weitere Tests geplant. Der heutige Schritt gibt dem Projekt Auftrieb – auch über die Schweizer Forschung hinaus.



