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Berglandschaft und Strasse am Gotthardpass auf der Urner Seite
Gotthardpass auf der Urner Seite. Archivaufnahme vom 15. August 2013, keine Darstellung des aktuellen Strassenzustands. Zairon / Wikimedia Commons; CC BY-SA 4.0. Ausschnitt der Darstellung.
MobilitätRecherche19:00 UhrJournalPlus RedaktionLesezeit: 3 Min.0 Kommentare

Gotthardpass bleibt vorerst tagsüber offen – nachts gilt eine Sperre

Zwischen 18 und 8 Uhr ist die Passstrasse gesperrt. Für Fahrten über die Alpen gelten auch am Strassentunnel und beim Furka-Autoverlad eigene Regeln.

Der Gotthardpass bleibt nach der jüngsten Mitteilung des Bundesamts für Strassen vorerst tagsüber befahrbar. Nachts ist die Passstrasse dagegen zwischen 18 und 8 Uhr gesperrt. Das ASTRA und das Urner Amt für Betrieb Nationalstrassen haben die Regelung aus Sicherheitsgründen eingeführt und am 29. Oktober 2026 bekanntgegeben. Die nächtliche Einschränkung bleibt bis zur vollständigen saisonalen Schliessung des Passes in Kraft.

Die Tagesöffnung ist voraussichtlich bis Donnerstag, 5. November, vorgesehen. Bei Schnee oder Temperaturen unter dem Gefrierpunkt kann der Pass früher schliessen. Einen definitiven Termin für die vollständige Wintersperre enthält die Mitteilung noch nicht. Die Behörde erwartet ab Freitag, 6. November, eine deutliche Wetterverschlechterung.

Die Passstrasse fällt als Nachtalternative weg

Die Meldung betrifft die A2P über den Pass, nicht eine nächtliche Dauersperre des Gotthard-Strassentunnels. Für die Reiseplanung sind das zwei unterschiedliche Verkehrswege. Wer bei Stau vor dem Tunnel auf die Passstrasse ausweichen möchte, kann diese Möglichkeit nur innerhalb des geöffneten Zeitfensters und bei entsprechender Freigabe nutzen.

Auch der Tunnel hat eigene Sperrzeiten. Der Kanton Uri weist auf seiner Seite mit Strasseninformationen darauf hin, dass die Röhre von Mittwoch auf Donnerstag zwischen 23 und 1 Uhr für den normalen Verkehr geschlossen ist. In dieser Zeit finden Sondertransporte statt. Die Passstrasse steht während der nun geltenden Nachtsperre nicht als parallele Umfahrung zur Verfügung.

Für eine Fahrt spät am Abend genügt deshalb die Information «Gotthard offen» nicht. Reisende müssen prüfen, ob sie den Pass oder den Tunnel meinen und welche Regelung zur geplanten Durchfahrtszeit gilt. Die vom Kanton bereitgestellte Übersicht enthält aktuelle Strassenzustände; Uri verweist zusätzlich auf Verkehrsmeldungen des TCS und auf die Passübersicht des Portals «Alpen-Pässe».

Furka und Susten sind bereits geschlossen

Auch bei den benachbarten Pässen ist die Herbstsaison teilweise beendet. Die Urner Baudirektion hat den Furkapass ab Realp und den Sustenpass ab Sustenbrüggli am Mittwoch, 28. Oktober, um 10 Uhr in die Wintersperre versetzt. Oberalp und Klausen waren gemäss der ASTRA-Mitteilung vom 29. Oktober weiterhin geöffnet.

Diese Angabe ist keine Zusicherung für einen späteren Reisetag. Die Baudirektion Uri warnt ausdrücklich, dass gerade im Frühling und Herbst jederzeit Schnee oder kurzfristige Sperrungen möglich sind. Sie empfiehlt deshalb, den Strassenzustand am Tag der Fahrt zu prüfen. Eine ältere Navigationsroute oder eine gespeicherte Passmeldung kann eine kurzfristige Schliessung nicht abbilden.

Roter Zug an der Furka-Autoverladestation in Realp
Furka-Autoverlad in Realp. Archivaufnahme vom 1. Mai 2011. JoachimKohler-HB / Wikimedia Commons; CC BY-SA 4.0. Keine Aufnahme der heutigen Verkehrslage.

Der Furka-Autoverlad führt ins Wallis

Zwischen Realp im Kanton Uri und Oberwald im Wallis bleibt der Autoverlad durch den Furkatunnel die ganzjährige Verbindung für Fahrzeuge. Die Matterhorn Gotthard Bahn beziffert die reine Zugfahrt auf knapp 20 Minuten. Diese Strecke überwindet die Furka; sie ist kein Autoverlad durch den Gotthard ins Tessin.

Auf ihrer Angebotsseite trennt die Bahn die Fahrpläne nach Saison: Seit dem 31. Oktober 2026 gilt der bis 13. Juni 2027 bezeichnete Plan. Die Supportseite nennt für das Wochenende einen Halbstundentakt und unter der Woche einen Stundentakt. Für die konkrete erste oder letzte Abfahrt ist der jeweils geltende Fahrplan massgebend.

Ein Ticket reserviert keinen Platz auf einer bestimmten Abfahrt. Die Bahn begründet dies mit dem beschränkten Raum an den Zufahrten: Inhaber reservierter Billette könnten nicht an den übrigen wartenden Fahrzeugen vorbeigeführt werden. Wer einen Anschluss erreichen will, muss deshalb auch die angezeigte Wartezeit einrechnen.

Dabei verwendet die Bahn eine besondere Bezugsgrösse: Die ausgewiesene Wartezeit wird zum Zeitpunkt der nächsten Zugabfahrt addiert, nicht einfach zum Ankunftszeitpunkt des Fahrzeugs. Ein angezeigter Wert ersetzt somit weder den Fahrplan noch die Zeit für die Anfahrt zur Verladestation.

Für grössere Fahrzeuge sind zudem die Abmessungen zu prüfen. Die Bahn erlaubt bis 2,50 Meter Breite und 3,50 Meter Höhe beziehungsweise Eckhöhe; für Grossraumfahrzeuge nennt sie höchstens 20 Tonnen Gesamtgewicht. Für eine späte Gotthardfahrt bleibt zunächst jedoch die zeitliche Grenze an der Passstrasse ausschlaggebend: Ab 18 Uhr ist diese Route bis zum nächsten Morgen geschlossen.

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