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Bürogebäude der OPEC-Zentrale in Wien im Oktober 2021
OPEC-Zentrale in Wien, 1. Oktober 2021. Archivbild; die Sitzung vom 1. November 2026 fand online statt. Foto: C.Stadler/Bwag / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0; unverändert. Original und Lizenz unter Quellen.
WirtschaftRecherche07:00 UhrJournalPlus RedaktionLesezeit: 3 Min.0 Kommentare

OPEC+ hält Dezember-Förderziele stabil, Schweizer Ölversorgung bleibt angespannt

Sieben Förderländer ändern ihre Vorgaben nicht. Hierzulande belasten vor allem Transportprobleme die Versorgung; Pflichtlagerware wird nicht verbilligt abgegeben.

Sieben wichtige OPEC+-Länder lassen ihre Ölförderziele für Dezember unverändert. Saudi-Arabien, Russland, Irak, Kuwait, Kasachstan, Algerien und Oman beschlossen am Sonntag, 1. November, die seit September geltenden Vorgaben beizubehalten. Das teilte die OPEC nach einer Online-Sitzung mit. Eine zusätzliche Erhöhung der vereinbarten Mengen gibt es damit vorerst nicht.

Für Schweizer Haushalte mit Ölheizung ist das allerdings kein unveränderter Winterpreis. Die Vorgaben betreffen die Rohölförderung einzelner Staaten, nicht den Preis eines raffinierten Produkts bei einem Schweizer Händler. Und eine erlaubte Fördermenge ist noch keine tatsächlich produzierte und exportierte Lieferung.

Auf dem Papier mehr Spielraum als auf dem Markt

Gerade diese Lücke prägt derzeit das Geschäft. Nach Angaben von Reuters fördern mehrere Golfstaaten wegen der kriegsbedingten Exportstörungen weiterhin deutlich unter ihren Zielmengen. Eine unveränderte Quote sagt deshalb wenig darüber aus, wie schnell zusätzliche Fässer über die Strasse von Hormus auf den Weltmarkt gelangen können.

Die sieben Länder hatten im September die schrittweise Rücknahme einer 2023 vereinbarten freiwilligen Kürzung von 1,65 Millionen Fass pro Tag abgeschlossen. Bereits für Oktober und November liessen sie die Ziele danach unverändert, berichtet Reuters. Für einen Grossteil der Allianz gilt daneben bis Ende 2026 eine weitere Kürzung von rund zwei Millionen Fass pro Tag.

Vor den Entscheidungen für 2027 soll die Förderkapazität der Mitgliedsländer überprüft werden. Laut Reuters wird der Abschluss dieser Prüfung inzwischen für Mitte November erwartet. Sie beeinflusst die Ausgangswerte künftiger Quoten. Eine Rückkehr gestörter Lieferströme und zusätzliche Förderrechte wären dabei zwei verschiedene Quellen eines grösseren Angebots.

Türme und Anlagen der Erdölraffinerie Cressier vor bewaldeten Hügeln
Die Raffinerie Cressier im Kanton Neuenburg, aufgenommen am 30. April 2023. Archivbild zur Verarbeitung von Rohöl, keine Aufnahme der aktuellen Versorgungslage. Hadi / Wikimedia Commons, CC0 1.0; unverändert. Original und Lizenz unter Quellen.

In der Schweiz fehlen Transportkapazitäten

Die hiesige Engstelle liegt laut Bundesamt für wirtschaftliche Landesversorgung derzeit vor allem bei der Logistik. In seiner Lageübersicht vom 29. Oktober nennt es Rheinniedrigwasser, Zugausfälle und gekürzte Pipelinelieferungen in Europa. Die Benzin- und Heizölversorgung beurteilt der Bund als gesichert, aber angespannt. Direkte Auswirkungen der Nahostkonflikte auf die Warenverfügbarkeit in der Schweiz meldet er darin nicht.

Beim Diesel hat der Delegierte für wirtschaftliche Landesversorgung für den Zeitraum vom 23. Oktober bis 22. November Bezüge aus den Pflichtlagern von bis zu 45’000 Kubikmetern erlaubt. Das entspricht 45 Millionen Litern. Die Freigabe bedeutet nicht, dass die gesamte Menge bereits verbraucht wurde. Sie erlaubt den Unternehmen, fehlende reguläre Lieferungen zu ersetzen.

Die Pflichtlager sind keine staatliche Billigreserve für Konsumenten. Das BWL hält ausdrücklich fest, dass freigegebene Mineralölprodukte zu aktuellen Marktpreisen verkauft werden. Sie gelangen über die üblichen Versorgungskanäle in den Handel. Ihr Zweck ist, eine mengenmässige Lücke zu überbrücken, nicht einen Verkaufspreis festzulegen.

Für Benzin, Diesel und Heizöl verlangt der Bund grundsätzlich Vorräte im Umfang von viereinhalb Monaten durchschnittlichen Schweizer Bedarfs. Das ist die Zielvorgabe für die Lagerhaltung, keine angekündigte Dauer eines Lieferstopps. Laufende Importe versorgen den Markt daneben weiter. Wer aus der rechnerischen Reichweite ein Datum ableitet, an dem der Schweiz das Öl ausgeht, verwechselt die Reserveplanung mit einer Prognose über den Verlauf der Versorgung.

Dollar und Rheinfracht wirken auf die Rechnung

Der Heizölhändler Migrol nennt neben dem Rohölpreis die Produktions- und Handelskosten, Transportkosten sowie Steuern als Bestandteile des Endpreises. Für Schweizer Inlandpreise spielen ausserdem der Dollarkurs und die Frachttarife auf dem Rhein eine Rolle. Ein niedrigerer Rohölkurs kann deshalb durch teureren Transport oder einen ungünstigeren Wechselkurs teilweise aufgezehrt werden.

Auch die konkrete Bestellung zählt. Migrol verweist auf die Bezugsmenge und die Abladestelle; grössere Mengen können den Literpreis senken. Ein Vergleich ist daher nur sinnvoll, wenn Sorte, Menge und Lieferbedingungen übereinstimmen. Bei Migrol bleibt der vereinbarte Kaufpreis grundsätzlich bestehen, selbst wenn die Börsenpreise zwischen Bestellung und Lieferung fallen. Die Bedingungen eines einzelnen Händlers gelten allerdings nicht automatisch für alle Anbieter.

Die nächste Sitzung der sieben OPEC+-Länder ist für den 29. November angekündigt. Bis dahin bleiben ihre Dezembervorgaben bestehen. Ob daraus mehr verfügbares Öl wird, hängt auch davon ab, welche Förder- und Transportanlagen tatsächlich arbeiten können.

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