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Schreibtisch vor einem Regierungsgebäude, darüber Symbole für KI, Dokumente, Datenschutz und Prozesse.
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Künstliche IntelligenzAnalyse12:45 UhrJournalPlus RedaktionLesezeit: 2 Min.0 Kommentare

KI in der Bundesverwaltung: Der Bundesrat verspricht Effizienz – die Einsparung ist noch nicht bewiesen

Prozessautomatisierung und künstliche Intelligenz sollen Abläufe beim Bund vereinfachen. Der neue Bericht setzt auf eine Inventur und priorisierte Anwendungen; aus der Strategie wird erst mit messbaren Ergebnissen ein Produktivitätsgewinn.

Hand mit Lupe über einem Tablet mit vernetzten Datenpunkten, daneben Gesetzbücher und Waage.
Symbolbild für die Kontrolle digitaler Verwaltungsprozesse. · JournalPlus / KI-generiertes Symbolbild

Wer an künstliche Intelligenz in der Verwaltung denkt, stellt sich oft einen Chatbot vor. Für den Bundesrat liegt der grössere Hebel an anderer Stelle: bei wiederkehrenden Prozessen, Dokumenten, Datenabgleichen und internen Abläufen. Ein neuer Bericht zur Erfüllung des Postulats 24.3582 von Andri Silberschmidt beschreibt, wie Prozessautomatisierung und KI die Bundesverwaltung entlasten könnten.

Das Ziel ist ambitioniert, aber nicht ungewöhnlich: Verfahren sollen einfacher und schneller werden, die Qualität soll steigen, personelle Ressourcen sollen dort frei werden, wo sie mehr bewirken. Entscheidend ist deshalb, ob die Technologie an den richtigen Stellen eingesetzt wird.

Erst verstehen, dann automatisieren

Eine schlechte Regel wird durch Automatisierung nicht besser. Wenn Daten unvollständig sind, Zuständigkeiten mehrfach wechseln oder Ausnahmefälle schlecht geregelt sind, kann KI Fehler nur schneller verbreiten. Der Bericht setzt deshalb zunächst auf Transparenz: Bestehende Systeme und Anwendungen sollen erfasst, zu einem Portfolio zusammengeführt und nach erwartetem Nutzen priorisiert werden.

Der Bund ist keine einzelne Organisation mit einem einheitlichen Datenbestand. Departemente und Ämter erfüllen unterschiedliche Aufgaben, arbeiten mit besonderen rechtlichen Grundlagen und verarbeiten teils besonders schützenswerte Informationen. Eine Anwendung, die bei der Suche in öffentlichen Dokumenten Zeit spart, eignet sich nicht ohne Weiteres für einen Entscheid mit rechtlicher Wirkung.

Geeignete Anwendungsfälle könnten etwa das Sortieren standardisierter Eingaben, die Unterstützung bei Übersetzungen, die Suche in grossen Aktenbeständen oder die Aufbereitung von Daten sein. In allen Fällen gilt: Der Mensch muss die Verantwortung dort behalten, wo ein Fehler Rechte, Leistungen oder Pflichten von Bürgerinnen und Bürgern berühren kann.

Produktivität braucht eine Messlatte

Die öffentliche Debatte springt schnell von «KI wird eingesetzt» zu «KI spart Geld». Dieser Schluss ist nicht zwingend. Neue Systeme verursachen zunächst Kosten: für Beschaffung, sichere Infrastruktur, Datenpflege, Schulung, externe Expertise und Kontrollen. Auch die Umstellung von Abläufen bindet Zeit.

Echte Effizienz lässt sich daher nur mit einer klaren Ausgangslage messen. Wie lange dauerte ein Prozess zuvor? Wie hoch war die Fehlerquote? Welche Arbeit fällt nach der Einführung weg, welche neue Kontrollarbeit kommt hinzu? Ohne solche Kennzahlen ist ein Produktivitätsversprechen eine plausible Erwartung, aber kein nachgewiesener Spareffekt.

Die Eidgenössische Finanzkontrolle hat beim Einsatz von KI auf Risiken bei Governance, Daten und Transparenz hingewiesen. Verwaltungshandeln muss nachvollziehbar, rechtmässig und für Betroffene überprüfbar bleiben.

Ein Balanceakt zwischen Tempo und Vertrauen

Der Erfolg hängt nicht primär davon ab, welches Modell die Verwaltung verwendet. Wichtiger ist eine gemeinsame Architektur: klare Zuständigkeiten, verbindliche Sicherheitsanforderungen, dokumentierte Datenquellen, Beschaffungsstandards und eine Stelle, die die Qualität überwacht. Wo Systeme gegenüber der Bevölkerung wirken, braucht es zudem verständliche Information und Beschwerdemöglichkeiten.

Der Bericht markiert damit einen Richtungsentscheid, keine Effizienzbilanz. Ob daraus tatsächlich kürzere Verfahren und eine Entlastung des Bundeshaushalts werden, wird sich erst an konkreten, messbaren Anwendungen zeigen.

Quellen Bund: Bericht zu Prozessautomatisierung und KI: https://www.sust.admin.ch/de/newnsb/NJ04UgpFFUoA Postulat 24.3582 Silberschmidt: parlament.ch/de/ratsbetrieb/suche-curia-vista/geschaeft?Aff… Eidgenössische Finanzkontrolle: Einsatz künstlicher Intelligenz: efk.admin.ch/wp-content/uploads/publikationen/berichte/wirt… Bund: Überblick zur Digitalisierung: bk.admin.ch/bk/de/home/digitale-transformation-ikt-lenkung.…

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