Finanzen06:30 UhrJournalPlus RedaktionLesezeit: 2 Min.0 Kommentare

Terravis erweitert digitale Betreibung für Ämter

Die Plattform für den elektronischen Geschäftsverkehr baut ihr Angebot für Betreibungs- und Konkursämter aus

Betreibungsamt
OpenAi

Die Plattform Terravis, bekannt aus dem Grundbuchverkehr, wird künftig als anerkannter Übermittlungsdienst für die elektronische Abwicklung von Betreibungsverfahren zur Verfügung stehen. Das Bundesamt für Justiz hat die Terravis AG als solchen Dienst anerkannt. Betreibungs- und Konkursämter können damit Verfahren teilweise elektronisch abwickeln. Das verspricht kürzere Bearbeitungszeiten und weniger Papier.

Was ist Terravis?

Terravis ist ein digitales Netzwerk für den Geschäftsverkehr zwischen Behörden, Gerichten und privaten Partnern. Ursprünglich entwickelte der Kanton Zürich die Plattform. Die Plattform wird heute von der Terravis AG betrieben und von mehreren Kantonen genutzt. Bisher nutzten vor allem Notare, Banken und Grundbuchämter die Dienste. Neu kommen nun die Betreibungsämter hinzu.

Die Plattform funktioniert als zentrale Schnittstelle. Sie verbindet verschiedene kantonale Systeme und ermöglicht den sicheren Datenaustausch. Ein einmaliges Login genügt, um auf alle angeschlossenen Dienste zuzugreifen. Das spart Zeit und reduziert Fehler, die bei manuellen Übertragungen entstehen.

Nutzen für Betreibungsämter

Betreibungen laufen in der Schweiz heute noch oft über Papierformulare und Briefpost. Das ändert sich mit dem neuen Angebot. Ämter können Betreibungsbegehren elektronisch empfangen, prüfen und weiterbearbeiten. Auch Zahlungsbefehle lassen sich digital erstellen und versenden.

Ein grosser Vorteil liegt in der Vereinheitlichung. Die Kantone haben unterschiedliche Systeme. Terravis schafft eine gemeinsame Basis. Das erleichtert die Zusammenarbeit über Kantonsgrenzen hinweg. Wer in einem Kanton eine Betreibung einleitet, kann den Stand des Verfahrens digital nachverfolgen. Das schafft Transparenz für Gläubiger und Schuldner.

Die Betreiberin betont den Sicherheitsaspekt. Die Datenübertragung erfolge verschlüsselt und nach hohen Standards. Die Plattform sei so konzipiert, dass sie die föderalen Strukturen respektiere. Jedes kantonale Amt behalte die Kontrolle über seine Verfahren.

Herausforderungen und Ausblick

Trotz der Vorteile bleibt die Umstellung anspruchsvoll. Viele Betreibungsämter arbeiten mit älteren Systemen. Die Migration auf die neue Plattform braucht Zeit und Schulungen. Zudem müssen Datenschutz und Archivierung geklärt sein.

Der Bund unterstützt die Bestrebungen. Der Bundesrat sieht in der Digitalisierung der Justiz einen wichtigen Schwerpunkt. Eine einheitliche elektronische Schnittstelle könne langfristig Kosten senken und den Rechtsverkehr stärken. Experten rechnen damit, dass weitere Kantone dem Verbund beitreten.

Terravis plant weitere Ausbauschritte. Nach der Betreibung sollen auch Konkursverfahren integriert werden. Die Plattform könnte damit zum zentralen Drehkreuz für die Schweizer Justiz werden. Ob sich die Erwartungen erfüllen, wird sich in den kommenden Jahren zeigen. Die ersten Pilotkantone sollen im nächsten Jahr starten.

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