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Hauptgebäude der ETH Zürich auf einer Archivaufnahme von 2011.
Das Hauptgebäude der ETH Zürich auf einer Archivaufnahme von 2011. Das Foto zeigt kein Labor und keinen Roboter von Meta. Foto: Jürg-Peter Hug (Juerg.hug) / Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0; Darstellung zugeschnitten. Bild- und Lizenzlinks im Quellenblock.
Künstliche IntelligenzAnalyse07:00 UhrJournalPlus RedaktionLesezeit: 4 Min.0 Kommentare

Meta soll mit Fourier einen humanoiden Roboter gebaut haben

Ein Medienbericht beschreibt einen ersten Prototyp. Wie Maschinen sicher greifen und sich im Alltag zurechtfinden, untersuchen auch Labors in Zürich und Lausanne.

Meta soll zusammen mit dem chinesischen Unternehmen Fourier einen humanoiden Roboter gebaut haben und bereits an einer zweiten Version arbeiten. Das berichtet Reuters am 31. Oktober unter Berufung auf «The Information» und dessen informierte Quellen. Die Agentur konnte die Angaben zunächst nicht unabhängig überprüfen. Eine Produktvorstellung lässt sich aus dieser Meldung noch nicht ableiten.

Der Bericht trifft auf einen Forschungszweig, in dem auch Schweizer Hochschulen tätig sind. Maschinen sollen Gegenstände nicht nur erkennen, sondern anfassen, bewegen und auf Veränderungen reagieren. Dafür müssen Wahrnehmung, Lernverfahren und Mechanik zusammenspielen. Ein menschenähnlicher Körper allein löst diese Aufgaben nicht.

Meta lässt Maschinen aus Videos lernen

Einen Teil seiner Arbeit hat Meta bereits öffentlich dokumentiert. Im Juni 2025 stellte der Konzern V-JEPA 2 vor, ein sogenanntes Weltmodell. Es soll aus beobachteten Abläufen lernen, welche Folgen eine Bewegung voraussichtlich hat. Statt ausschliesslich eine Beschreibung auszugeben, kann ein solches Modell damit die Planung einer Roboteraktion unterstützen.

Nach dem Forschungsbericht wurde das Grundmodell mit mehr als einer Million Stunden Internetvideos vortrainiert. Für die an Aktionen gekoppelte Variante kamen weniger als 62 Stunden Robotervideos hinzu. Die Forschenden setzten sie auf Franka-Roboterarmen in zwei Labors ein. Dort liessen sich Gegenstände aufnehmen und an einem anhand von Bildern vorgegebenen Ziel ablegen.

Das sind Versuche mit bestimmten Aufgaben und Versuchsaufbauten. Sie belegen nicht, dass ein Roboter beliebige Hausarbeit erledigt. Welche Software der nun berichtete Fourier-Prototyp verwendet, geht aus der kurzen Reuters-Meldung nicht hervor. Die veröffentlichten V-JEPA-Ergebnisse dürfen deshalb nicht einfach als Leistungsnachweis dieses Geräts gelesen werden.

Ein Unitree G1 an einer Messe im November 2024; nicht der berichtete Roboter von Meta und Fourier.
Ein Unitree G1 an einer Messe, aufgenommen am 18. November 2024. Archivbild eines anderen Herstellers, nicht des berichteten Meta-Fourier-Prototyps. Foto: Sayanesy / Wikimedia Commons, CC0 1.0. Bild- und Lizenzlinks im Quellenblock.

In Zürich beginnt die Arbeit bei der Hand

Am Soft Robotics Lab der ETH Zürich entwickelt das Team um Robotikprofessor Robert Katzschmann Hände, die Bewegungen aus Beispielen lernen. In einem von der ETH beschriebenen Aufbau führen Menschen mit einem Sensorhandschuh vor, wie sie eine Flasche greifen. Kameras zeichnen die Bewegung auf. Aus solchen Daten lernt das System, auch mit zuvor unbekannten Gegenständen umzugehen.

Die Hand besitzt 21 Bewegungsfreiheiten, zusammen mit dem Arm sind es 28. Gemeint sind die voneinander steuerbaren Bewegungsmöglichkeiten. Aus der Forschung ging 2024 das ETH-Spin-off Mimic Robotics hervor, das Anwendungen in Fertigung und Logistik verfolgt. Schweizer Wertschöpfung kann damit auch in einer spezialisierten Hand oder ihrer Steuerung entstehen, nicht nur im Bau eines vollständigen Humanoiden.

Ein jüngeres ETH-Projekt führt vor, wie eng Fortbewegung und Greifen zusammenhängen. Bei «Fingers as Legs» trägt eine Roboterhand ihre Stromversorgung und ihren Rechner selbst und läuft auf den Fingern. Hebt sie einen Finger für einen Schritt oder einen Tastendruck, müssen die übrigen ihr Gewicht halten. Die Forschenden trainieren die Bewegungen zunächst in einer Simulation.

Die Projektseite nennt auch Grenzen: Für unterschiedliche Fähigkeiten werden eigene Steuerungsmodelle eingesetzt. Vor den Tastaturversuchen wird die Hand manuell ausgerichtet. Ein vorgeführter Tastendruck ist also noch kein selbstständiges Verständnis einer Computeraufgabe. Bei den gezeigten Aufrichtversuchen gelang die Bewegung in 21 von 25 Fällen. Das ist ein Ergebnis dieses Tests, keine Erfolgsquote für andere Handgriffe oder einen vollständigen Haushaltsroboter. Solche Angaben machen den Fortschritt genauer messbar als eine spektakuläre Vorführung allein.

Ein sicherer Griff braucht die richtige Kraft

Auch das Learning Algorithms and Systems Laboratory der EPFL untersucht, wie Roboterhände Gegenstände handhaben. Zu den Forschungszielen gehören das Lernen aus menschlichen Vorführungen und ein stabiler Griff, dessen Kraft während der Bewegung angepasst wird. Die Form eines Objekts zu kennen reicht dafür nicht: Der Griff muss zur konkreten Aufgabe passen und sicher bleiben.

In der Schweiz entstehen damit unterschiedliche Teile einer möglichen Lieferkette: Lernverfahren, Steuerungen und mechanische Hände. Beim ETH-Spin-off Mimic steht der Einsatz in Fertigung und Logistik im Vordergrund. Die EPFL untersucht auch Hände, deren Bewegungsmöglichkeiten von denen des Menschen abweichen. Für diese Arbeit ist nicht die möglichst naturgetreue Gestalt das Mass, sondern der sichere Umgang mit Gegenständen. Welche dieser Fähigkeiten ein späterer Haushaltsroboter übernimmt, wird sich an seinen veröffentlichten Tests beurteilen lassen müssen.

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