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Präparierte Skipiste oberhalb von Saas-Fee zwischen schneebedeckten Bäumen; Archivaufnahme von 2016.
Skipiste oberhalb von Saas-Fee, Februar 2016. Archivbild, keine Aussage zur aktuellen Schneelage. Foto: Jo-Jo Eumerus / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0, unverändert.
ReisenAnalyse13:00 UhrJournalPlus RedaktionLesezeit: 4 Min.0 Kommentare

Skipässe 2026/27: Was Familien vor dem Kauf vergleichen sollten

Für Tageskarten wird ein Aufschlag von 2,3 Prozent erwartet. Über die tatsächliche Rechnung entscheiden aber Alter, Buchungszeitpunkt und die Bedingungen des Angebots.

Schweizer Tages-Skipässe dürften im Winter 2026/27 durchschnittlich 2,3 Prozent teurer werden. Das berichtete Watson am 21. Oktober unter Berufung auf SRF und den Branchenverband Seilbahnen Schweiz. Es handelt sich um eine Erwartung für die kommende Saison, nicht um eine bereits gemessene Teuerung aller Skiferien. Einige Gebiete verzichten laut dem Bericht auf eine Erhöhung.

Für Familien ist der Durchschnitt deshalb höchstens ein Ausgangspunkt. Ihre Rechnung hängt davon ab, welche Tickets sie tatsächlich brauchen. Ein günstigerer Onlinepreis kann an einen festen Tag gebunden sein. Ein Kinderangebot kann erst bei längerer Aufenthaltsdauer gelten. Wer nur die Prozentzahl vergleicht, übersieht möglicherweise den grösseren Unterschied im Kleingedruckten.

Zwei Durchschnittswerte, zwei verschiedene Aussagen

Die Saisonbilanz 2025/26 von Seilbahnen Schweiz nennt für einen Erwachsenen-Tagespass einen Referenzpreis von 75.85 Franken. Er stammt aus einer konstanten Stichprobe von 39 Skigebieten. Bei dynamischen Tarifen wird grundsätzlich der höchstmögliche Preis berücksichtigt. Sonderaktionen und günstigere Saisonpässe sind darin nicht abgebildet.

Der tatsächlich erzielte Ertrag je Skier-day betrug dagegen 37.65 Franken. Hier fliessen Ermässigungen, Gratisangebote, Abonnemente und Saisonpässe ein. Ein Skier-day zählt einen Besuch, nicht den Verkauf einer bestimmten Tageskarte. Die tiefere Zahl ist somit kein Preis, zu dem jede Familie einen Pass kaufen könnte.

Der Unterschied erklärt auch einen scheinbaren Widerspruch: Der Referenzpreis sank gegenüber dem Vorwinter um 2,2 Prozent, während der Ertrag pro Skier-day um 1,6 Prozent stieg. Unterschiedliche Kennzahlen können sich gegenläufig entwickeln. Daraus lässt sich weder ein allgemeiner Preisnachlass noch eine identische Mehrbelastung sämtlicher Gäste ableiten.

Was eine Familie in Saas-Fee bezahlt

Die veröffentlichte Preisliste für den Saas-Fee Pass 2026/27 nennt 84 Franken pro Erwachsenen und 43 Franken pro Kind zwischen sechs und knapp 16 Jahren für einen Tag. Zwei Erwachsene mit zwei zehnjährigen Kindern kommen damit auf 254 Franken für die Skipässe. Anreise, Unterkunft, Ausrüstung und Verpflegung sind in dieser Rechnung nicht enthalten.

Für sechs aufeinanderfolgende Tage kosten die entsprechenden Pässe 413 beziehungsweise 213 Franken. Dieselbe Familie bezahlt dafür 1252 Franken statt 1524 Franken für sechs einzeln gekaufte Tageskarten. Die rechnerische Differenz beträgt 272 Franken. Der Vergleich passt allerdings nur, wenn tatsächlich an allen sechs Tagen gefahren wird.

Bei den Altersgrenzen zählt in Saas-Fee ausdrücklich das Geburtsdatum, nicht bloss der Jahrgang. Gerade rund um einen Geburtstag lohnt sich deshalb die genaue Zuordnung aller Mitreisenden.

Für jüngere Kinder gelten zusätzliche Bedingungen: Bis knapp neun Jahre fahren sie beim Kauf eines mindestens sechstägigen Elternpasses mit SaastalCard kostenlos. Ein Ausweis und die gültige Karte sind vorzuweisen. Für eine Familie mit jüngeren Kindern kann deshalb eine andere Rechnung gelten als für jene im Beispiel. Mehrtagesskipässe gelten grundsätzlich an aufeinanderfolgenden Tagen.

Sesselbahn Obertor in Parpan im Skigebiet Arosa Lenzerheide, Archivaufnahme von 2015.
Sesselbahn Obertor in Parpan, 2015. Archivbild. Foto: Andres Passwirth / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0, unverändert.

Früh buchen bedeutet auch, sich festzulegen

Arosa Lenzerheide beschreibt den Onlinepreis als Rabattmodell: Je mehr Tickets für einen Tag bereits verkauft sind, desto kleiner wird der Nachlass. Wochentag und Saison spielen ebenfalls eine Rolle. Die vergünstigten Tickets gibt es ausschliesslich online.

Auch die Altersgruppen unterscheiden sich: In Arosa Lenzerheide zählen Sechs- bis Zwölfjährige als Kinder, 13- bis 17-Jährige als Jugendliche und 18- bis 26-Jährige als junge Erwachsene. Derselbe Geburtstag kann damit je nach Destination zu einer anderen Tarifkategorie führen.

Die Kehrseite steht in den Bestellbedingungen. Tickets sind persönlich und an ein Datum gebunden; weder Name noch Nutzungstag lassen sich nach dem Kauf ändern. Das ist für Haushalte relevant, die ihre Reise erst nach Kenntnis von Wetter, Gesundheit oder Arbeitsplan verbindlich festlegen können.

Nicht jedes dynamische Modell funktioniert gleich. Die Aletsch Arena erklärt für 2026/27 ausdrücklich, dass nur Buchungszeitpunkt und Saisonzeit den Preis bestimmen, nicht das Wetter. Von einem einzigen allgemeinen «Schweizer Ski-Algorithmus» kann deshalb keine Rede sein.

Die passende Leistung statt des grössten Rabatts

Ein sinnvoller Vergleich beginnt bei denselben Reisedaten, Alterskategorien und gewünschten Skitagen. Danach kommen Gültigkeit und Änderungsregeln. Erst dann zeigt sich, ob ein Tagespass, ein zusammenhängender Mehrtagespass oder ein anderes Angebot zur Familie passt. Der schweizweite Durchschnitt beschreibt die Branche. Die Bedingungen des konkreten Tickets bestimmen, was der nächste Skitag den eigenen Haushalt kostet.

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