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Haupteingang des Eccles-Gebäudes der Federal Reserve in Washington, Archivaufnahme von 2011.
Das Eccles-Gebäude der Federal Reserve in Washington, Archivaufnahme vom 29. März 2011. Foto: Britt Leckman / Board of Governors of the Federal Reserve System, via Wikimedia Commons. Public Domain als US-Regierungswerk; unverändert.
FinanzenAnalyse09:30 UhrJournalPlus RedaktionLesezeit: 4 Min.0 Kommentare

Fed lässt Zinsen stehen – Schweizer Hypotheken folgen anderen Regeln

Die US-Notenbank belässt das Zielband bei 3,75 bis 4 Prozent. Für Schweizer Kreditnehmer zählen zusätzlich SNB, Kapitalmarkt und die Bedingungen ihres Vertrags.

Die US-Notenbank Federal Reserve hat ihr Zielband für den Leitzins am 28. Oktober 2026 bei 3,75 bis 4 Prozent belassen. Sie bezeichnet die Inflation weiterhin als erhöht und will zusätzliche Informationen für die nächste Entscheidung abwarten. Der Beschluss fiel mit zehn zu zwei Stimmen. Die beiden Gegenstimmen verlangten eine Erhöhung um einen Viertelprozentpunkt, nicht eine Senkung.

Für Schweizer Haushalte ist das eine wichtige Nachricht aus dem internationalen Finanzsystem, aber noch keine neue Hypothekarofferte. Ein Dollar-Leitzins und der Preis eines Frankenkredits sind unterschiedliche Grössen. Dazwischen liegen die Schweizer Geldpolitik, längerfristige Marktzinssätze und die Konditionen des jeweiligen Vertrags. Diese Ebenen lassen sich nicht mit einer einzigen Schlagzeile über die Fed überspringen.

Die Fed beschreibt die US-Konjunktur zugleich als kräftig, mit robuster Investitionstätigkeit und widerstandsfähigen Konsumausgaben. Ihr Abwarten ist damit kein Eingeständnis, dass die Inflationsfrage erledigt wäre. Die Mitteilung nennt weiterhin das Ziel einer Teuerung von zwei Prozent, legt aber den nächsten Zinsschritt nicht fest. Auch Bloomberg beschreibt den Entscheid als Pause ohne eindeutiges Signal für Dezember.

Für SARON ist die SNB näher als Washington

Die Schweizerische Nationalbank beliess ihren Leitzins bei der im September kommunizierten Lagebeurteilung bei null Prozent. Ihre am 22. Oktober veröffentlichte Diskussionszusammenfassung bestätigt diesen Entscheid. Die grossen Unterschiede zum amerikanischen Zinsniveau sind deshalb zunächst eine Beschreibung zweier Währungsräume. Sie bedeuten nicht, dass eine Schweizer Bank den US-Satz unmittelbar auf ihre Hypothekarkunden überträgt.

Bei einer SARON-Hypothek setzt sich der zu zahlende Zins aus dem aufgezinsten Schweizer Geldmarktsatz und einer Marge zusammen. Die Luzerner Kantonalbank erläutert diesen Aufbau in ihren Produktinformationen; auch PostFinance weist die Komponenten getrennt aus. Bei deren publizierter dreijähriger SARON-Hypothek lautet die Angabe auf den über drei Monate aufgezinsten SARON zuzüglich einer Marge ab einem Prozentpunkt. Eine Marge ist dabei nicht der gesamte Kreditzins.

Ein nullprozentiger SNB-Leitzins bedeutet also nicht kostenloses Wohnen auf Kredit. Ebenso wenig lässt sich aus dem heutigen Fed-Entscheid ein bestimmter nächster SARON-Wert errechnen. Für einen bestehenden Vertrag zählen die vereinbarten Berechnungsperioden, die Marge und weitere Vertragsbedingungen. Eine allgemeine Leitzinsmeldung ersetzt deren Lektüre nicht.

Festhypotheken können sich trotz Zinspause bewegen

Bei Festhypotheken ist der Zins für die vereinbarte Laufzeit fixiert. Für neue Abschlüsse sind dagegen die Bedingungen am Kapitalmarkt entscheidend. Darauf verweist auch das Bundesamt für Wohnungswesen. Erwartungen über künftige Zinsen können sich dort bereits niederschlagen, bevor eine Notenbank ihren aktuellen Satz verändert. Eine Pause der Fed garantiert deshalb keine Pause bei neuen Schweizer Festhypothekarangeboten.

Eine konkrete Preisangabe braucht zudem einen Zeitstempel. PostFinance publiziert für zehnjährige Festhypotheken am 28. Oktober, 9.15 Uhr, einen Richtsatz ab 1,81 Prozent. Dieser gilt laut Anbieter für beste Bonität und selbstbewohntes Wohneigentum, ist unverbindlich und betrifft Neugeschäfte. Er wurde vor dem späteren US-Zinsentscheid ausgewiesen und belegt keine Reaktion darauf. Er ist auch kein Durchschnitt für sämtliche Schweizer Kreditnehmer.

Gebäude der Schweizerischen Nationalbank in Zürich, Ansicht von Süden auf einer Archivaufnahme von 2008.
Für den Schweizer Geldmarkt ist die SNB zentral. Ihr Zürcher Gebäude auf einer Archivaufnahme vom November 2008. Foto: Adrian Michael / Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0; unverändert.

Der Franken ist kein Zinsrechner

Die Schweiz bleibt mit den internationalen Märkten verbunden. Die SNB beschrieb in ihrer jüngsten Diskussionszusammenfassung weltweit gestiegene Marktzinssätze, unter anderem im Zusammenhang mit geopolitischen Spannungen und höheren Energiepreisen. Zugleich hatte der Franken gegenüber Dollar und Euro abgewertet. Solche Entwicklungen können die monetären Bedingungen verändern, selbst wenn der Schweizer Leitzins gleich bleibt.

Daraus folgt aber keine sichere Richtung für den Franken nach dem heutigen Beschluss. Die unveränderte Zinsdifferenz ist für sich allein kein Beweis für einen unveränderten Wechselkurs. Ebenso wenig erlaubt sie die Aussage, die SNB müsse beim nächsten Termin der Fed folgen. Relevant ist, wie sich Finanzierungsbedingungen und Wechselkurs zusammen auf Wirtschaft und Preisentwicklung in der Schweiz auswirken.

Was im Haushaltsbudget tatsächlich zählt

Wie stark kleine Zinsänderungen ins Gewicht fallen können, zeigt eine reine Rechnung: Auf einem unveränderten Kreditbetrag von 800 000 Franken entsprechen zusätzliche 0,25 Prozentpunkte 2000 Franken Zins pro Jahr. Das ist keine Prognose und berücksichtigt weder Amortisation noch Gebühren oder Steuereffekte. Es macht lediglich die Grössenordnung einer tatsächlichen Änderung des eigenen Kreditzinses sichtbar.

Für Mietende kommt eine weitere Ebene hinzu. Das BWO erklärt, dass der hypothekarische Referenzzinssatz auf dem Durchschnitt der laufenden Bankhypotheken beruht und deshalb verzögert reagiert. Eine US-Zinspause ist somit auch kein unmittelbarer Mietentscheid. Für Schweizer Haushalte bleibt die belastbare Reihenfolge: den eigenen Vertrag und seine Fristen kennen, vergleichbare Konditionen prüfen und erst dann internationale Zinsnachrichten auf das persönliche Budget beziehen.

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