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Fachleute in Schutzhelmen an einer Wasser- und Energieanlage vor einer ukrainischen Stadt.
JournalPlus / KI-generiertes Symbolbild
WirtschaftRecherche22:45 UhrJournalPlus RedaktionLesezeit: 2 Min.0 Kommentare

135 Millionen für Projekte in der Ukraine: Warum die Schweiz auf Unternehmen setzt

Der Bundesrat hat acht weitere Vorhaben des Schweizer Privatsektors bewilligt. Der Ansatz kann Infrastruktur schneller wiederherstellen – seine Wirkung hängt aber an transparenten Kriterien und lokaler Verankerung.

Fachleute in Schutzhelmen prüfen Baupläne vor einer im Bau befindlichen Brücke.
Symbolbild für technische Projekte beim Wiederaufbau der Ukraine. · JournalPlus / KI-generiertes Symbolbild

Der Wiederaufbau der Ukraine wird nicht erst nach einem möglichen Ende des Krieges beginnen. Stromnetze, Wasserinfrastruktur, Verkehr und kommunale Dienstleistungen müssen laufend instand gesetzt werden. Die Schweiz will dabei nicht nur über klassische humanitäre Hilfe und staatliche Programme wirken, sondern auch über Projekte des Privatsektors. Der Bundesrat hat nun acht weitere Vorhaben von Schweizer Unternehmen im Umfang von insgesamt 135 Millionen Franken genehmigt.

Die Auswahl ist Teil eines Programms, das Schweizer Know-how für den Wiederaufbau nutzbar machen soll. Laut Staatssekretariat für Wirtschaft betreffen die Projekte Bereiche wie Energie, öffentlicher Verkehr und Wasserversorgung. Ohne funktionierende Grundversorgung können Städte weder wirtschaftlich arbeiten noch Menschen dauerhaft zurückkehren.

Was der Bund finanziert – und was nicht

Bei den genehmigten Vorhaben geht es nicht um eine allgemeine Förderung von Exporten. Der Bund beteiligt sich an Projekten, die einen konkreten Beitrag zum Wiederaufbau leisten sollen und von Schweizer Unternehmen umgesetzt werden. Die staatliche Unterstützung senkt Risiken oder ermöglicht Investitionen, die unter Kriegsbedingungen sonst kaum zustande kämen.

Schweizer Firmen verfügen in bestimmten Nischen über Technologien und Erfahrung, etwa bei Energieeffizienz, Wasseraufbereitung oder Mobilitätslösungen. Wenn solche Produkte den lokalen Bedarf treffen, kann die Zusammenarbeit Infrastruktur verbessern und gleichzeitig Beschäftigung sowie Know-how in der Ukraine schaffen.

Der Ansatz ist aber anspruchsvoller als ein herkömmlicher Auftrag. In einem Kriegsgebiet sind Sicherheitslage, zerstörte Netze, administrative Verfahren und Finanzierung Risiken. Projekte müssen deshalb robust geplant werden: mit ukrainischen Partnern, realistischen Wartungskonzepten und einer Finanzierung, die auch nach der Installation funktioniert.

Der Nutzen muss lokal sichtbar sein

Wiederaufbaugelder stehen besonders unter Beobachtung. Entscheidend ist, ob die öffentliche Finanzierung einen Mehrwert schafft, den der Markt allein nicht liefern würde. Die Auswahlkriterien sollten transparent sein: Welche Wirkung wird erwartet? Welche lokalen Partner sind beteiligt? Wie werden Umwelt-, Sozial- und Integritätsrisiken geprüft? Wer kontrolliert Fortschritt, Kosten und Betrieb?

Auch lokale Wertschöpfung ist zentral. Erfolgreiche Wiederaufbauprojekte sind nicht solche, die nur eine Schweizer Lieferung abwickeln. Sie bilden Fachkräfte aus, berücksichtigen ukrainische Unternehmen, schaffen Wartungskapazitäten und stärken kommunale Betreiber.

Eine Rolle zwischen Hilfe und Wirtschaftspolitik

Entwicklungszusammenarbeit, Aussenwirtschaft und Sicherheitspolitik treffen beim Wiederaufbau unmittelbar aufeinander. Private technische Lösungen ergänzen staatliche Programme und humanitäre Hilfe. Die öffentliche Hand muss dabei Wirkung, Fairness und langfristigen Nutzen sichern.

135 Millionen Franken sind ein erhebliches Engagement, aber gemessen am gesamten Wiederaufbaubedarf der Ukraine nur ein Baustein. Sein Wert wird sich nicht in Bewilligungen messen lassen, sondern daran, ob nach einigen Jahren Wasser fliesst, Stromnetze stabiler sind und Städte die Anlagen selbst betreiben können.

Quellen SECO: Weitere Privatsektorprojekte für die Ukraine: https://www.seco.admin.ch/de/newnsb/4XKhPgvW0rYD EDA: Zusammenarbeit der Schweiz mit der Ukraine: https://www.eda.admin.ch/de/ukraine Weltbank: Ukraine – Wiederaufbaubedarf: https://www.worldbank.org/en/country/ukraine/brief/rdna4 Ukraine Recovery Conference: https://www.urc-international.com/

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