
Kimi Antonelli ist jüngster Formel-1-Weltmeister der Geschichte
Mit Platz drei in Mexiko-Stadt sichert sich der 20-jährige Mercedes-Pilot den Titel. Italien hat erstmals seit Alberto Ascari 1953 wieder einen Fahrerweltmeister.
Kimi Antonelli ist mit 20 Jahren und 68 Tagen der jüngste Weltmeister der Formel-1-Geschichte. Der Mercedes-Pilot sicherte sich den Titel am Sonntag, 1. November 2026, mit Platz drei beim Grossen Preis von Mexiko-Stadt. Das Rennen gewann Max Verstappen vor Lewis Hamilton. Antonelli löst Sebastian Vettel als Altersrekordhalter ab; der Deutsche war bei seinem ersten Titel 2010 bereits 23 Jahre und 134 Tage alt.
Für Italien endet damit eine 73-jährige Wartezeit auf einen Fahrerweltmeister. Zuletzt hatte Alberto Ascari 1953 die Meisterschaft gewonnen. Antonelli ist nach Giuseppe Farina und Ascari erst der dritte Italiener mit diesem Titel. Er erreicht ihn in seiner zweiten Formel-1-Saison.
Ein Podestplatz genügt zum Rekord
Die Ausgangslage vor den 71 Runden auf dem Autódromo Hermanos Rodríguez war komfortabel: Ein neunter Platz hätte Antonelli unabhängig von den Ergebnissen seiner Verfolger gereicht. Er startete als Vierter und beendete den Grand Prix auf dem Podest. Nach 19 Saisonläufen hat er laut Formel 1 nun 380 Punkte und kann in den verbleibenden Rennen rechnerisch nicht mehr eingeholt werden.
Unkompliziert war die Entscheidung auf der Strecke trotzdem nicht. Nach einem schweren Unfall von Cadillac-Pilot Valtteri Bottas wurde das Rennen unterbrochen. Später folgte nach einem Unfall von Arvid Lindblad eine weitere Safety-Car-Phase. Antonelli blieb im Vorderfeld, während Verstappen den Sieg mit nur 0,799 Sekunden Vorsprung auf Hamilton ins Ziel brachte.
Antonellis Rückstand auf den Sieger betrug 4,006 Sekunden. Hinter ihm folgten Charles Leclerc und Lando Norris. Sein Mercedes-Teamkollege George Russell wurde Sechster. Der Weltmeistertitel und der Tagessieg gingen damit an unterschiedliche Fahrer: Antonelli musste in Mexiko nicht mehr gewinnen, um die Arbeit einer ganzen Saison abzuschliessen.
Nach der Unterbrechung holt er sich Platz drei zurück
Mercedes beschreibt den ersten Rennabschnitt als Verbindung aus Tempo und sorgfältigem Reifenmanagement. Antonelli konnte seine weichen Reifen über mehr als 40 Runden nutzen. Die rote Flagge nahm ihm nach Darstellung des Teams den daraus entstandenen strategischen Vorteil.
Vor der Unterbrechung lag er auf Platz drei. Weil für die Reihenfolge beim Neustart die Kontrolllinie an der Boxeneinfahrt massgebend war, setzte er das Rennen jedoch als Vierter fort. Bereits in der zweiten Runde danach überholte er Leclerc in der ersten Kurve und holte sich den Podestplatz zurück.
Für Russell verlief der Nachmittag schwieriger. Laut Mercedes kostete ihn ein Problem bei der Leistungsabgabe am Start Positionen. Nach einer Berührung mit Isack Hadjar erhielt er zusätzlich eine Zehn-Sekunden-Strafe. Das Team führt solche Rückschläge an, würdigt Antonellis Erfolg aber zugleich als Ergebnis seiner gewachsenen Reife im Umgang mit schwierigen Rennsituationen.

Der erste Sieg veränderte die Saison
Am Anfang des Jahres galt eher Russell als Titelkandidat. Er gewann den Auftakt in Australien. Antonelli antwortete in China mit seiner ersten Poleposition und dem ersten Grand-Prix-Sieg. In Japan folgte der nächste Erfolg und die Führung in der Weltmeisterschaft.
Der «Guardian» zeichnet in seinem Saisonrückblick nach, wie aus dem jungen Herausforderer der Massstab für die Konkurrenz wurde. Nach Siegen in Miami, Kanada und Monaco stand Antonelli bereits bei fünf Erfolgen hintereinander. Später setzte er in Monza ein weiteres Zeichen: Nach einer Motorwechsel-Strafe von Startplatz 19 losgefahren, gewann er sein Heimrennen.
Zur Meisterschaft gehörten auch Rückschläge. Der Rückblick nennt einen elektrischen Ausfall in Barcelona und Probleme in Silverstone. In Baku musste Antonelli nach einem Unfall im Qualifying von weit hinten starten, begrenzte den Schaden aber mit Rang fünf. Seine neunte Saisonentscheidung zu seinen Gunsten fiel schliesslich in Austin. Den Titel vollendete er eine Woche später in Mexiko.
Mercedes hat noch ein zweites Ziel
Antonelli dankte nach dem Rennen seinem Team und seiner Familie. Auf der offiziellen Formel-1-Seite erklärte er, an diesem Wochenende angespannter gewesen zu sein. Mercedes hebt hervor, dass erstmals ein Absolvent seines Nachwuchsprogramms die Fahrerweltmeisterschaft gewonnen hat.
Die Saison endet mit dem neuen Fahrerweltmeister noch nicht. Antonelli nannte gegenüber seinem Team die Konstrukteursmeisterschaft als nächstes gemeinsames Ziel. Schon vom 6. bis 8. November folgt der Grosse Preis von São Paulo. Dort tritt der 20-Jährige erstmals als feststehender Formel-1-Weltmeister an.
Quellen
- FIA: Ergebnis und Titelentscheidung in Mexiko-Stadt
- Formel 1: Rennbericht vom 1. November 2026
- Mercedes: Rennverlauf, Altersrekord und Reaktionen
- Formel 1: Antonellis Reaktion und WM-Punktestand
- The Guardian: Rückblick auf Antonellis Saison
- Titelbild: Liauzh, Antonelli in Shanghai, Wikimedia Commons
- Titelbild-Lizenz: CC BY 4.0
- Artikelbild: Jason Puddephatt, Silverstone 2026, Wikimedia Commons
- Artikelbild-Lizenz: CC BY-SA 4.0



