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September 2026

Cassis setzt im OSZE-Vorsitz auf Dialog trotz tiefer Gegensätze
Die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) ist politisch so gespalten wie seit Jahrzehnten nicht. Dennoch haben ihre 57 Teilnehmerstaaten 2026 erstmals seit fünf Jahren wieder gemeinsam ein Budget beschlossen. Für Bundesrat Ignazio Cassis ist das ein Hinweis darauf, dass Zusammenarbeit trotz grundlegender Differenzen möglich bleibt. Beim Schweizer OSZE-Vorsitz setzt er deshalb auf eine einfache Botschaft: Die Staaten müssen nicht einer Meinung sein, um miteinander zu reden.

ETH Zürich sucht nach ausserirdischem Leben: So funktioniert LIFE
Die ETH Zürich treibt mit LIFE ein Weltraumobservatorium voran, das die Wärmestrahlung naher Gesteinsplaneten untersuchen und mögliche Biosignaturen erkennen soll. Ein Laborversuch zeigt, wie weit die Schlüsseltechnologie ist – und was bis zu einer Mission noch fehlt.

ETIAS kommt: Wer betroffen ist – und warum Schweizer Reisende meist nichts tun müssen
ETIAS wird für Reisende aus 59 visumbefreiten Staaten zur Voraussetzung für kurze Aufenthalte in 30 europäischen Ländern, darunter die Schweiz. Schweizerinnen und Schweizer brauchen für Reisen im ETIAS-Raum keinen Antrag.

Strompreise 2027 sinken – warum die Entlastung je nach Wohnort anders ausfällt
Die Stromrechnung wird 2027 für viele Haushalte etwas günstiger. Wie viel tatsächlich übrig bleibt, hängt von der Wohngemeinde, dem Netzbetreiber und dessen Einkaufsstrategie ab.

Jugend unter Druck: Schlafprobleme und problematische Social-Media-Nutzung nehmen zu
28 Prozent der 15- bis 24-Jährigen berichteten 2022 von Schlafstörungen. Bei den 11- bis 15-Jährigen zeigten sieben Prozent eine problematische Social-Media-Nutzung. Besonders betroffen sind Mädchen.

Ukraine-Krieg ohne Ende: Was die Verlängerung des Schutzstatus S für die Schweiz bedeutet
Vier Jahre nach Kriegsbeginn wird aus der vorübergehenden Aufnahme eine langfristige Integrationsaufgabe. Gemeinden, Schulen, Betriebe und Geflüchtete brauchen Planungssicherheit.

Netanjahu soll Warnung aus Abu Dhabi vor Hamas-Angriff ignoriert haben
Eine Recherche zweier israelischer Journalisten behauptet, der Premier sei rund zehn Tage vor dem 7. Oktober 2023 vom Präsidenten der Vereinigten Arabischen Emirate vor einer grossen Hamas-Operation gewarnt worden. Netanjahu weist die Darstellung als «Lüge» zurück.

SBB-Fahrplan 2027: Mehr Direktzüge nach Italien – aber nicht überall mehr Komfort
Ab Dezember 2026 sollen täglich zwei statt einer Direktverbindung pro Richtung zwischen Zürich und Venedig verkehren. Auch Frankreich und Nachtverbindungen profitieren. Wer Richtung Tessin oder Bodensee reist, muss aber genauer hinschauen.

TARDOC: Krankenkassen kündigen Rückforderungen an – Spezialisten im Fokus
Seit dem 1. Januar 2026 gilt in der Schweiz das neue ambulante Tarifsystem TARDOC. Es sollte die seit Jahren bestehende Schieflage zwischen Grundversorgung und spezialisierten Fachrichtungen korrigieren. Erste Auswertungen der Krankenkassen deuten nun allerdings darauf hin, dass dieses Ziel bisher nur teilweise erreicht wird: In einzelnen Spezialgebieten entwickeln sich die Vergütungen stärker als erwartet, während die Hausarztmedizin nach Einschätzung des Hausärzteverbands und der Versicherer nicht wie geplant aufgewertet wurde. Gleichzeitig haben die Krankenkassen Abrechnungsmuster entdeckt, die sie genauer untersuchen wollen – und kündigen für bestätigte Fälle Rückforderungen an.

Israelische Siedlungen: Wo steht die Schweiz bei Handelsbeschränkungen?
Der internationale Druck auf Israel wegen des Siedlungsausbaus im besetzten Westjordanland nimmt zu. Kanada, Dänemark, Finnland, Frankreich, Island, Irland, Norwegen, Polen, Portugal, Spanien, Schweden und Grossbritannien haben am 8. September 2026 angekündigt, nationale Handelsbeschränkungen für Waren aus israelischen Siedlungen einzuführen, europäische Massnahmen zu unterstützen oder entsprechende Schritte zu prüfen. Für die Schweiz stellt sich damit eine konkrete Frage: Folgt Bern – oder bleibt es bei der bisherigen Politik?

Schweiz bleibt bei Copernicus draussen – und verzichtet auf Mitspracherecht
Die Schweiz wird auch in den kommenden Jahren nicht am europäischen Erdbeobachtungsprogramm Copernicus teilnehmen. Der Bundesrat hat am 5. Juni 2026 entschieden, auf einen Beitritt für die Programmperiode 2028 bis 2034 zu verzichten. Ausschlaggebend ist die finanzielle Lage des Bundes. Eine Teilnahme würde nach den Schätzungen des Bundes jährlich rund 48 Millionen Franken kosten. Gleichzeitig kann die Schweiz die meisten frei zugänglichen Rohdaten weiterhin nutzen. Der Verzicht bedeutet deshalb nicht, dass Schweizer Behörden und Forschende von Copernicus abgeschnitten sind – wohl aber, dass die Schweiz bei wichtigen Teilen des Programms nicht mitentscheiden kann.

iPhone Duo: Apples faltbares iPhone kostet ab 1999 Franken
Apple steigt mit dem iPhone Duo in den Markt für faltbare Smartphones ein. In der Schweiz kostet es zwischen 1999 und 3199 Franken. Vorbestellungen starten am 16. Oktober, der Verkauf am 23. Oktober 2026.

Bundesgericht schränkt Ersttäterprivileg bei Raserdelikten ein
Das Bundesgericht hat die Regeln für Geldstrafen bei Raserdelikten präzisiert. Eine frühere Verurteilung wegen einer groben Verkehrsregelverletzung reicht aus, um das sogenannte Ersttäterprivileg auszuschliessen – auch wenn es sich bei der früheren Tat nicht um ein besonders schweres Raserdelikt gehandelt hat. Entscheidend ist der Zeitraum von zehn Jahren.

Mercosur-Abkommen: Ständeratskommission beantragt 517 Millionen für die Landwirtschaft
Das Freihandelsabkommen zwischen den EFTA-Staaten und den Mercosur-Ländern steht nach dem Nein des Nationalrats vor einer neuen politischen Runde. Die Aussenpolitische Kommission des Ständerats (APK-S) will die Vorlage mit zusätzlichen Massnahmen für die Landwirtschaft absichern. Sie beantragt 517 Millionen Franken für die Jahre 2028 bis 2033. Ob das Abkommen damit eine Mehrheit findet, ist weiterhin offen.

IGH prüft Deutschlands Rüstungsexporte nach Israel – warum das auch die Schweiz betrifft
Vor dem Internationalen Gerichtshof (IGH) in Den Haag geht es um eine grundsätzliche Frage: Welche Verantwortung trägt ein Staat, wenn er Waffen an ein Land liefert, dem ein Verstoss gegen die Genozid-Konvention vorgeworfen wird? Nicaragua verklagt Deutschland wegen seiner Rüstungsexporte an Israel. Noch prüft das Gericht allerdings nicht abschliessend die Vorwürfe selbst. Deutschland stellt zunächst die Zuständigkeit des IGH und die Zulässigkeit der Klage infrage.

Ernährungsinitiative: Was 70 Prozent Selbstversorgung für die Schweiz bedeuten würden
Die Schweiz produziert heute etwas weniger als die Hälfte der Lebensmittel, die sie verbraucht, im eigenen Land. Die Ernährungsinitiative will diesen Anteil innerhalb von zehn Jahren auf mindestens 70 Prozent erhöhen. Dafür soll die Landwirtschaft stärker auf pflanzliche Lebensmittel ausgerichtet werden, während gleichzeitig Umwelt, Trinkwasser, Biodiversität und Bodenfruchtbarkeit besser geschützt werden sollen. Bundesrat und Parlament lehnen die Vorlage ab.

Naturgefahren verursachen Milliarden-Schäden – doch die Entwicklung ist nicht linear
Seit 1972 erfasst die Eidgenössische Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL) im Auftrag des Bundes Schäden durch Hochwasser, Murgänge, Rutschungen und Sturzprozesse. Die Zeitreihe des Bundesamts für Statistik (BFS) reicht inzwischen bis 2025. Sie zeigt vor allem eines: Die finanziellen Folgen von Naturereignissen schwanken massiv – und einzelne Katastrophen können die Schadensbilanz eines ganzen Jahrzehnts prägen.

Jugendarbeitslosigkeit steigt im August um 19,4 Prozent
14'678 junge Menschen waren Ende August arbeitslos gemeldet. Der starke Monatsanstieg ist auffällig – doch die Zahlen zeigen noch keinen generellen Einbruch des Schweizer Arbeitsmarkts.

F-35 ohne Fixpreis: GPK-N rügt schwere Fehler bei der Beschaffung
Die Geschäftsprüfungskommission des Nationalrats stellt fest: Mit den USA wurde kein pauschaler Fixpreis vereinbart. Sie kritisiert das VBS wegen mangelhafter Verhandlungen, ungenügender Kontrolle und verspäteter Information des Bundesrats.

FINMA verteidigt Kleinbankenaufsicht mit konkreten Zahlen
Die FINMA steht wegen der Belastung kleiner Banken durch Regulierung und Aufsicht seit längerem in der Kritik. Nun legt FINMA-Direktor Stefan Walter konkrete Zahlen vor. Eine kleine Bank wird im Durchschnitt nur alle acht bis zehn Jahre vor Ort kontrolliert, während die UBS auf mehr als 40 Kontrollen pro Jahr kommt. Für Walter ist das ein Beleg dafür, dass die Aufsicht nicht die Kleinen überproportional ins Visier nimmt. Gleichzeitig macht er klar: Proportionalität bedeutet nicht weniger Aufsicht um jeden Preis.

Wohnungsknappheit verschärft sich – doch die Mieten erzählen nur die halbe Geschichte
Auf dem Schweizer Wohnungsmarkt wächst der Druck. Die Zahl der verfügbaren Wohnungen reicht vielerorts nicht mit der Nachfrage Schritt zu halten. Besonders schwierig ist die Situation für Haushalte mit tiefem oder mittlerem Einkommen und für Menschen, die heute eine neue Wohnung suchen. Gleichzeitig steigen die Mieten nicht überall gleich stark: Wer bereits seit Jahren in einer Wohnung lebt, ist durch den tiefen Referenzzinssatz deutlich besser geschützt als jemand, der eine Wohnung neu auf dem Markt sucht.

Schweizer Teuerung steigt auf 0,8 Prozent – jetzt ist die SNB am Zug
Die Schweizer Teuerung ist im August deutlich stärker gestiegen als erwartet. Der Landesindex der Konsumentenpreise (LIK) nahm gegenüber Juli um 0,4 Prozent zu, die Jahresteuerung erhöhte sich von 0,4 auf 0,8 Prozent. Damit liegt die Inflation weiterhin im Preisstabilitätsbereich der Schweizerischen Nationalbank (SNB). Für die Notenbank wird nun entscheidend, ob der Anstieg vorübergehend bleibt oder sich ein stärkerer Preisdruck entwickelt.

Waffenplatz Thun wird zum Defence Cluster – zivile Pläne geraten unter Druck
Der Bund hält Flächen im ESP Thun Nord für Verteidigung und Innovation zurück. Mit der Stadt beginnt nun ein mehrjähriger Dialog.

Industrieabwanderung: Verliert die Schweiz ihre Produktion?
Schweizer Unternehmen verlagern einzelne Produktionen ins Ausland und planen häufiger Investitionen ausserhalb des Landes. Der Ukraine-Krieg erhöhte den Kostendruck, der Iran-Krieg bremst 2026 nachweislich Investitionen. Eine neue Abwanderungswelle lässt sich dennoch nicht belegen.