Archiv
2026

Sport Schweiz 2026: Bewegung stagniert – Fitnesscenter überholen Vereine
Mehr als die Hälfte der Bevölkerung treibt häufig Sport, gleichzeitig bewegt sich fast jede sechste Person kaum. Erstmals zählen Fitnesscenter mehr Mitglieder als Sportvereine. Was hinter den Zahlen steckt – und weshalb Bewegungspolitik mehr ist als eine Frage der Disziplin.

Schweizer Wirtschaft wächst kräftig – doch der Arbeitsmarkt sendet Warnsignale
Ein starkes Quartal macht noch keinen Boom. Pharmaexporte und die Binnennachfrage treiben das Wachstum, während Arbeitslosigkeit, Ölpreise und der starke Franken die Aussichten eintrüben.

Krankenkassenprämien 2027: Prognosen gehen weit auseinander
Bonus.ch erwartet einen Anstieg von 4,5 bis 5 Prozent. Die SMSR hält dagegen eine Erhöhung von höchstens 2 bis 2,5 Prozent für angemessen. Die offiziellen Prämien für 2027 werden erst im Herbst bekannt.

Forschung im Bund: Wie sich die Ausgaben für Forschung und Entwicklung verändern
Wie viel Geld gibt der Bund für seine eigene Forschung aus? Eine neue Zeitreihe des Bundesamts für Statistik (BFS) dokumentiert die Entwicklung der internen Ausgaben für Forschung und Entwicklung von 2000 bis 2025. Die Zahlen zeigen: Der Bund spielt bei den in der Schweiz selbst durchgeführten Forschungsaktivitäten eine vergleichsweise kleine Rolle. Gleichzeitig konzentriert sich ein grosser Teil seiner Forschungsarbeit auf wenige Einrichtungen – allen voran Agroscope.

Bundesrat unterstützt Zuwanderungsabgabe – aber nur bei hoher EU-Zuwanderung
Der Bundesrat unterstützt eine neue Möglichkeit, die Zuwanderung aus der EU im Notfall finanziell zu bremsen. Unternehmen könnten künftig mindestens 4000 Franken für neu zuziehende Arbeitnehmende aus der EU bezahlen müssen. Die Abgabe wäre jedoch keine allgemeine Einreisegebühr: Sie soll nur eingesetzt werden können, wenn bestimmte Schwellenwerte überschritten sind und die Schweiz deshalb die Schutzklausel im neuen Vertragspaket mit der EU aktiviert. Über den Vorschlag entscheidet zunächst der Ständerat.

Cassis setzt im OSZE-Vorsitz auf Dialog trotz tiefer Gegensätze
Die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) ist politisch so gespalten wie seit Jahrzehnten nicht. Dennoch haben ihre 57 Teilnehmerstaaten 2026 erstmals seit fünf Jahren wieder gemeinsam ein Budget beschlossen. Für Bundesrat Ignazio Cassis ist das ein Hinweis darauf, dass Zusammenarbeit trotz grundlegender Differenzen möglich bleibt. Beim Schweizer OSZE-Vorsitz setzt er deshalb auf eine einfache Botschaft: Die Staaten müssen nicht einer Meinung sein, um miteinander zu reden.

ETH Zürich sucht nach ausserirdischem Leben: So funktioniert LIFE
Die ETH Zürich treibt mit LIFE ein Weltraumobservatorium voran, das die Wärmestrahlung naher Gesteinsplaneten untersuchen und mögliche Biosignaturen erkennen soll. Ein Laborversuch zeigt, wie weit die Schlüsseltechnologie ist – und was bis zu einer Mission noch fehlt.

ETIAS kommt: Wer betroffen ist – und warum Schweizer Reisende meist nichts tun müssen
ETIAS wird für Reisende aus 59 visumbefreiten Staaten zur Voraussetzung für kurze Aufenthalte in 30 europäischen Ländern, darunter die Schweiz. Schweizerinnen und Schweizer brauchen für Reisen im ETIAS-Raum keinen Antrag.

Strompreise 2027 sinken – warum die Entlastung je nach Wohnort anders ausfällt
Die Stromrechnung wird 2027 für viele Haushalte etwas günstiger. Wie viel tatsächlich übrig bleibt, hängt von der Wohngemeinde, dem Netzbetreiber und dessen Einkaufsstrategie ab.

Jugend unter Druck: Schlafprobleme und problematische Social-Media-Nutzung nehmen zu
28 Prozent der 15- bis 24-Jährigen berichteten 2022 von Schlafstörungen. Bei den 11- bis 15-Jährigen zeigten sieben Prozent eine problematische Social-Media-Nutzung. Besonders betroffen sind Mädchen.

Ukraine-Krieg ohne Ende: Was die Verlängerung des Schutzstatus S für die Schweiz bedeutet
Vier Jahre nach Kriegsbeginn wird aus der vorübergehenden Aufnahme eine langfristige Integrationsaufgabe. Gemeinden, Schulen, Betriebe und Geflüchtete brauchen Planungssicherheit.

Netanjahu soll Warnung aus Abu Dhabi vor Hamas-Angriff ignoriert haben
Eine Recherche zweier israelischer Journalisten behauptet, der Premier sei rund zehn Tage vor dem 7. Oktober 2023 vom Präsidenten der Vereinigten Arabischen Emirate vor einer grossen Hamas-Operation gewarnt worden. Netanjahu weist die Darstellung als «Lüge» zurück.

SBB-Fahrplan 2027: Mehr Direktzüge nach Italien – aber nicht überall mehr Komfort
Ab Dezember 2026 sollen täglich zwei statt einer Direktverbindung pro Richtung zwischen Zürich und Venedig verkehren. Auch Frankreich und Nachtverbindungen profitieren. Wer Richtung Tessin oder Bodensee reist, muss aber genauer hinschauen.

TARDOC: Krankenkassen kündigen Rückforderungen an – Spezialisten im Fokus
Seit dem 1. Januar 2026 gilt in der Schweiz das neue ambulante Tarifsystem TARDOC. Es sollte die seit Jahren bestehende Schieflage zwischen Grundversorgung und spezialisierten Fachrichtungen korrigieren. Erste Auswertungen der Krankenkassen deuten nun allerdings darauf hin, dass dieses Ziel bisher nur teilweise erreicht wird: In einzelnen Spezialgebieten entwickeln sich die Vergütungen stärker als erwartet, während die Hausarztmedizin nach Einschätzung des Hausärzteverbands und der Versicherer nicht wie geplant aufgewertet wurde. Gleichzeitig haben die Krankenkassen Abrechnungsmuster entdeckt, die sie genauer untersuchen wollen – und kündigen für bestätigte Fälle Rückforderungen an.

Israelische Siedlungen: Wo steht die Schweiz bei Handelsbeschränkungen?
Der internationale Druck auf Israel wegen des Siedlungsausbaus im besetzten Westjordanland nimmt zu. Kanada, Dänemark, Finnland, Frankreich, Island, Irland, Norwegen, Polen, Portugal, Spanien, Schweden und Grossbritannien haben am 8. September 2026 angekündigt, nationale Handelsbeschränkungen für Waren aus israelischen Siedlungen einzuführen, europäische Massnahmen zu unterstützen oder entsprechende Schritte zu prüfen. Für die Schweiz stellt sich damit eine konkrete Frage: Folgt Bern – oder bleibt es bei der bisherigen Politik?

Schweiz bleibt bei Copernicus draussen – und verzichtet auf Mitspracherecht
Die Schweiz wird auch in den kommenden Jahren nicht am europäischen Erdbeobachtungsprogramm Copernicus teilnehmen. Der Bundesrat hat am 5. Juni 2026 entschieden, auf einen Beitritt für die Programmperiode 2028 bis 2034 zu verzichten. Ausschlaggebend ist die finanzielle Lage des Bundes. Eine Teilnahme würde nach den Schätzungen des Bundes jährlich rund 48 Millionen Franken kosten. Gleichzeitig kann die Schweiz die meisten frei zugänglichen Rohdaten weiterhin nutzen. Der Verzicht bedeutet deshalb nicht, dass Schweizer Behörden und Forschende von Copernicus abgeschnitten sind – wohl aber, dass die Schweiz bei wichtigen Teilen des Programms nicht mitentscheiden kann.

iPhone Duo: Apples faltbares iPhone kostet ab 1999 Franken
Apple steigt mit dem iPhone Duo in den Markt für faltbare Smartphones ein. In der Schweiz kostet es zwischen 1999 und 3199 Franken. Vorbestellungen starten am 16. Oktober, der Verkauf am 23. Oktober 2026.

Bundesgericht schränkt Ersttäterprivileg bei Raserdelikten ein
Das Bundesgericht hat die Regeln für Geldstrafen bei Raserdelikten präzisiert. Eine frühere Verurteilung wegen einer groben Verkehrsregelverletzung reicht aus, um das sogenannte Ersttäterprivileg auszuschliessen – auch wenn es sich bei der früheren Tat nicht um ein besonders schweres Raserdelikt gehandelt hat. Entscheidend ist der Zeitraum von zehn Jahren.

Mercosur-Abkommen: Ständeratskommission beantragt 517 Millionen für die Landwirtschaft
Das Freihandelsabkommen zwischen den EFTA-Staaten und den Mercosur-Ländern steht nach dem Nein des Nationalrats vor einer neuen politischen Runde. Die Aussenpolitische Kommission des Ständerats (APK-S) will die Vorlage mit zusätzlichen Massnahmen für die Landwirtschaft absichern. Sie beantragt 517 Millionen Franken für die Jahre 2028 bis 2033. Ob das Abkommen damit eine Mehrheit findet, ist weiterhin offen.

IGH prüft Deutschlands Rüstungsexporte nach Israel – warum das auch die Schweiz betrifft
Vor dem Internationalen Gerichtshof (IGH) in Den Haag geht es um eine grundsätzliche Frage: Welche Verantwortung trägt ein Staat, wenn er Waffen an ein Land liefert, dem ein Verstoss gegen die Genozid-Konvention vorgeworfen wird? Nicaragua verklagt Deutschland wegen seiner Rüstungsexporte an Israel. Noch prüft das Gericht allerdings nicht abschliessend die Vorwürfe selbst. Deutschland stellt zunächst die Zuständigkeit des IGH und die Zulässigkeit der Klage infrage.

Ernährungsinitiative: Was 70 Prozent Selbstversorgung für die Schweiz bedeuten würden
Die Schweiz produziert heute etwas weniger als die Hälfte der Lebensmittel, die sie verbraucht, im eigenen Land. Die Ernährungsinitiative will diesen Anteil innerhalb von zehn Jahren auf mindestens 70 Prozent erhöhen. Dafür soll die Landwirtschaft stärker auf pflanzliche Lebensmittel ausgerichtet werden, während gleichzeitig Umwelt, Trinkwasser, Biodiversität und Bodenfruchtbarkeit besser geschützt werden sollen. Bundesrat und Parlament lehnen die Vorlage ab.

Naturgefahren verursachen Milliarden-Schäden – doch die Entwicklung ist nicht linear
Seit 1972 erfasst die Eidgenössische Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL) im Auftrag des Bundes Schäden durch Hochwasser, Murgänge, Rutschungen und Sturzprozesse. Die Zeitreihe des Bundesamts für Statistik (BFS) reicht inzwischen bis 2025. Sie zeigt vor allem eines: Die finanziellen Folgen von Naturereignissen schwanken massiv – und einzelne Katastrophen können die Schadensbilanz eines ganzen Jahrzehnts prägen.

Jugendarbeitslosigkeit steigt im August um 19,4 Prozent
14'678 junge Menschen waren Ende August arbeitslos gemeldet. Der starke Monatsanstieg ist auffällig – doch die Zahlen zeigen noch keinen generellen Einbruch des Schweizer Arbeitsmarkts.

F-35 ohne Fixpreis: GPK-N rügt schwere Fehler bei der Beschaffung
Die Geschäftsprüfungskommission des Nationalrats stellt fest: Mit den USA wurde kein pauschaler Fixpreis vereinbart. Sie kritisiert das VBS wegen mangelhafter Verhandlungen, ungenügender Kontrolle und verspäteter Information des Bundesrats.