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SBB-Fahrplan 2027: Mehr Direktzüge nach Italien – aber nicht überall mehr Komfort
Ab Dezember 2026 sollen täglich zwei statt einer Direktverbindung pro Richtung zwischen Zürich und Venedig verkehren. Auch Frankreich und Nachtverbindungen profitieren. Wer Richtung Tessin oder Bodensee reist, muss aber genauer hinschauen.

TARDOC: Krankenkassen kündigen Rückforderungen an – Spezialisten im Fokus
Seit dem 1. Januar 2026 gilt in der Schweiz das neue ambulante Tarifsystem TARDOC. Es sollte die seit Jahren bestehende Schieflage zwischen Grundversorgung und spezialisierten Fachrichtungen korrigieren. Erste Auswertungen der Krankenkassen deuten nun allerdings darauf hin, dass dieses Ziel bisher nur teilweise erreicht wird: In einzelnen Spezialgebieten entwickeln sich die Vergütungen stärker als erwartet, während die Hausarztmedizin nach Einschätzung des Hausärzteverbands und der Versicherer nicht wie geplant aufgewertet wurde. Gleichzeitig haben die Krankenkassen Abrechnungsmuster entdeckt, die sie genauer untersuchen wollen – und kündigen für bestätigte Fälle Rückforderungen an.

Israelische Siedlungen: Wo steht die Schweiz bei Handelsbeschränkungen?
Der internationale Druck auf Israel wegen des Siedlungsausbaus im besetzten Westjordanland nimmt zu. Kanada, Dänemark, Finnland, Frankreich, Island, Irland, Norwegen, Polen, Portugal, Spanien, Schweden und Grossbritannien haben am 8. September 2026 angekündigt, nationale Handelsbeschränkungen für Waren aus israelischen Siedlungen einzuführen, europäische Massnahmen zu unterstützen oder entsprechende Schritte zu prüfen. Für die Schweiz stellt sich damit eine konkrete Frage: Folgt Bern – oder bleibt es bei der bisherigen Politik?

Schweiz bleibt bei Copernicus draussen – und verzichtet auf Mitspracherecht
Die Schweiz wird auch in den kommenden Jahren nicht am europäischen Erdbeobachtungsprogramm Copernicus teilnehmen. Der Bundesrat hat am 5. Juni 2026 entschieden, auf einen Beitritt für die Programmperiode 2028 bis 2034 zu verzichten. Ausschlaggebend ist die finanzielle Lage des Bundes. Eine Teilnahme würde nach den Schätzungen des Bundes jährlich rund 48 Millionen Franken kosten. Gleichzeitig kann die Schweiz die meisten frei zugänglichen Rohdaten weiterhin nutzen. Der Verzicht bedeutet deshalb nicht, dass Schweizer Behörden und Forschende von Copernicus abgeschnitten sind – wohl aber, dass die Schweiz bei wichtigen Teilen des Programms nicht mitentscheiden kann.

iPhone Duo: Apples faltbares iPhone kostet ab 1999 Franken
Apple steigt mit dem iPhone Duo in den Markt für faltbare Smartphones ein. In der Schweiz kostet es zwischen 1999 und 3199 Franken. Vorbestellungen starten am 16. Oktober, der Verkauf am 23. Oktober 2026.

Bundesgericht schränkt Ersttäterprivileg bei Raserdelikten ein
Das Bundesgericht hat die Regeln für Geldstrafen bei Raserdelikten präzisiert. Eine frühere Verurteilung wegen einer groben Verkehrsregelverletzung reicht aus, um das sogenannte Ersttäterprivileg auszuschliessen – auch wenn es sich bei der früheren Tat nicht um ein besonders schweres Raserdelikt gehandelt hat. Entscheidend ist der Zeitraum von zehn Jahren.

Mercosur-Abkommen: Ständeratskommission beantragt 517 Millionen für die Landwirtschaft
Das Freihandelsabkommen zwischen den EFTA-Staaten und den Mercosur-Ländern steht nach dem Nein des Nationalrats vor einer neuen politischen Runde. Die Aussenpolitische Kommission des Ständerats (APK-S) will die Vorlage mit zusätzlichen Massnahmen für die Landwirtschaft absichern. Sie beantragt 517 Millionen Franken für die Jahre 2028 bis 2033. Ob das Abkommen damit eine Mehrheit findet, ist weiterhin offen.

IGH prüft Deutschlands Rüstungsexporte nach Israel – warum das auch die Schweiz betrifft
Vor dem Internationalen Gerichtshof (IGH) in Den Haag geht es um eine grundsätzliche Frage: Welche Verantwortung trägt ein Staat, wenn er Waffen an ein Land liefert, dem ein Verstoss gegen die Genozid-Konvention vorgeworfen wird? Nicaragua verklagt Deutschland wegen seiner Rüstungsexporte an Israel. Noch prüft das Gericht allerdings nicht abschliessend die Vorwürfe selbst. Deutschland stellt zunächst die Zuständigkeit des IGH und die Zulässigkeit der Klage infrage.

Ernährungsinitiative: Was 70 Prozent Selbstversorgung für die Schweiz bedeuten würden
Die Schweiz produziert heute etwas weniger als die Hälfte der Lebensmittel, die sie verbraucht, im eigenen Land. Die Ernährungsinitiative will diesen Anteil innerhalb von zehn Jahren auf mindestens 70 Prozent erhöhen. Dafür soll die Landwirtschaft stärker auf pflanzliche Lebensmittel ausgerichtet werden, während gleichzeitig Umwelt, Trinkwasser, Biodiversität und Bodenfruchtbarkeit besser geschützt werden sollen. Bundesrat und Parlament lehnen die Vorlage ab.

Naturgefahren verursachen Milliarden-Schäden – doch die Entwicklung ist nicht linear
Seit 1972 erfasst die Eidgenössische Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL) im Auftrag des Bundes Schäden durch Hochwasser, Murgänge, Rutschungen und Sturzprozesse. Die Zeitreihe des Bundesamts für Statistik (BFS) reicht inzwischen bis 2025. Sie zeigt vor allem eines: Die finanziellen Folgen von Naturereignissen schwanken massiv – und einzelne Katastrophen können die Schadensbilanz eines ganzen Jahrzehnts prägen.

Jugendarbeitslosigkeit steigt im August um 19,4 Prozent
14'678 junge Menschen waren Ende August arbeitslos gemeldet. Der starke Monatsanstieg ist auffällig – doch die Zahlen zeigen noch keinen generellen Einbruch des Schweizer Arbeitsmarkts.

F-35 ohne Fixpreis: GPK-N rügt schwere Fehler bei der Beschaffung
Die Geschäftsprüfungskommission des Nationalrats stellt fest: Mit den USA wurde kein pauschaler Fixpreis vereinbart. Sie kritisiert das VBS wegen mangelhafter Verhandlungen, ungenügender Kontrolle und verspäteter Information des Bundesrats.

Schweizer Teuerung steigt auf 0,8 Prozent – jetzt ist die SNB am Zug
Die Schweizer Teuerung ist im August deutlich stärker gestiegen als erwartet. Der Landesindex der Konsumentenpreise (LIK) nahm gegenüber Juli um 0,4 Prozent zu, die Jahresteuerung erhöhte sich von 0,4 auf 0,8 Prozent. Damit liegt die Inflation weiterhin im Preisstabilitätsbereich der Schweizerischen Nationalbank (SNB). Für die Notenbank wird nun entscheidend, ob der Anstieg vorübergehend bleibt oder sich ein stärkerer Preisdruck entwickelt.

Waffenplatz Thun wird zum Defence Cluster – zivile Pläne geraten unter Druck
Der Bund hält Flächen im ESP Thun Nord für Verteidigung und Innovation zurück. Mit der Stadt beginnt nun ein mehrjähriger Dialog.

Industrieabwanderung: Verliert die Schweiz ihre Produktion?
Schweizer Unternehmen verlagern einzelne Produktionen ins Ausland und planen häufiger Investitionen ausserhalb des Landes. Der Ukraine-Krieg erhöhte den Kostendruck, der Iran-Krieg bremst 2026 nachweislich Investitionen. Eine neue Abwanderungswelle lässt sich dennoch nicht belegen.

Iran-Krieg verschärft Rivalität zwischen Saudi-Arabien und VAE
Riad und Abu Dhabi sind gemeinsam vom Krieg mit Iran betroffen, verfolgen aber zunehmend eigene Interessen. Die Rivalität reicht von Jemen und Sudan bis zur Ölpolitik – und betrifft auch die Schweiz.

Post baut bis zu 110 Stellen ab – der Briefschwund setzt den Konzern unter Druck
Die Schweizerische Post baut bis Ende 2027 bis zu 110 Stellen in Management- und Supportfunktionen ab. Betroffen sind damit vor allem interne Büro- und Verwaltungsbereiche. Die Post begründet den Schritt mit dem langfristigen Rückgang des Briefgeschäfts und dem Ziel, den Service public weiterhin ohne Steuergelder zu finanzieren.

Raffinerie Cressier steht still – Schweizer Treibstoffversorgung bleibt gesichert
Die wichtigste Schweizer Raffinerie fällt vorübergehend aus. Gleichzeitig erschwert Niedrigwasser auf dem Rhein die Importe. Noch reichen die Reserven – Pflichtlager müssen derzeit nicht freigegeben werden.

Rekord-Benzinpreise in den USA: Auch in der Schweiz ist Tanken deutlich teurer
In den USA kostet Benzin am Labor Day so viel wie nie zuvor. Auch in der Schweiz sind die Preise seit Jahresbeginn stark gestiegen – doch die Ursachen sind nicht allein in Amerika zu suchen.

Heimatreise trotz Flüchtlingsstatus: Warum für den Status S andere Regeln gelten
Warum kann ein anerkannter Flüchtling durch eine Heimatreise seinen Schutzstatus verlieren, während Menschen mit Status S unter bestimmten Bedingungen in die Ukraine reisen dürfen? Das Schweizer Asylrecht kennt dafür zwei unterschiedliche Regeln.

13. AHV-Rente kommt im Dezember – über die Finanzierung stimmt die Schweiz ab
Die erste Auszahlung ist beschlossen. Ob die geplante Mehrwertsteuer-Erhöhung ab 2028 kommt, entscheidet das Stimmvolk am 29. November 2026.

Zürich verliert netto über 1'000 Unternehmen
Zwischen 2018 und 2024 verzeichnete der Kanton mehr Weg- als Zuzüge. Die Zürcher Handelskammer sieht die hohe Unternehmenssteuerbelastung als wichtigen Standortnachteil – die Zahlen allein beweisen diesen Zusammenhang jedoch nicht.

Tschechien rüstet gegen Russland – was heisst das für die Schweiz?
Prag plant langfristig für eine deutlich unsicherere Sicherheitslage in Europa. Russland gilt als grösste Bedrohung, ein Angriff auf einen NATO- oder EU-Staat ohne Vorwarnung wird als möglich beschrieben. Für die neutrale Schweiz stellt sich damit eine grundsätzliche Frage: Wie viel eigene Verteidigungsfähigkeit braucht ein Staat, der keinem Militärbündnis angehört?

AfD gewinnt Sachsen-Anhalt: Was das Ergebnis für Berlin und die Schweiz bedeutet
Die AfD erzielt bei der Landtagswahl ein historisches Rekordergebnis von rund 44,5 Prozent. Für eine Alleinregierung reicht es nach den ersten Hochrechnungen nicht. Das Ergebnis erhöht den Druck auf die Bundesregierung – und ist auch für die Schweiz relevant.